Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 2654
Thulba (zu Oberthulba, Landkreis Bad Kissingen, Unterfranken)

Die ehemalige Propstei Thulba: Propsteischloß und Pfarrkirche St. Lambertus

Das erhaltene Propstei-Ensemble
Thulba gehört zwar seit 1978 verwaltungsmäßig zu Oberthulba östlich der A7, doch die ehemalige Propstei sucht man im Hauptort vergebens: Sie befindet sich im Ortsteil Thulba westlich der A7, 4 km von Oberthulba in südwestlicher Richtung, südlich von Reith. Der Komplex aus Kirche und Propsteigebäuden wird von den Straßen Reither Straße, Alte Fuldaer Straße, St.-Lambert-Straße und An der Klostermauer eingefaßt. Die historische Gebäudegruppe besteht aus der auf kreuzförmigem Grundriß erbauten Kirche St. Lambertus mit Querhaus, Vierungsturm, rechteckigem Chor mit Apsidenschluß und Anbauten im Osten einerseits und den beiden rechtswinklig zueinander stehenden Propsteischlössern, dem alten und dem neuen, andererseits im Westen. Die beiden letzteren werden im Westen und im Süden von einer Mauer umgeben und besitzen auf der Ostseite im Winkel zwischen beiden einen kleinen Platz und zwei Gartenanlagen. Beim Rundgang durch das Ensemble werden im folgenden die Wappen so chronologisch wie möglich behandelt.

Geschichte der Propstei Thulba: Gründung, Aufstieg und Abstieg
Bis zur Säkularisation gehörte Oberthulba zum Hochstift Würzburg, Thulba aber zum Hochstift Fulda, dessen Territorium bis nach Hammelburg ins heutige Unterfranken hineinreichte. Der Ort Thulba war schon im 8. Jh. Besitz des Stifts Fulda, und eine erste Kirche wurde schon 816 geweiht. Die Reichsabtei gründete im 12. Jh. in Thulba ein Kloster der Benediktinerinnen. Die Basis bildete eine Schenkung des fuldischen Ministerialen Gerlach von Herlingsberg und seiner Frau Regilint (auch: Regilinde). Die beiden waren kinderlos und stifteten im Jahre 1127 ihr gesamtes Eigengut im Ort der Reichsabtei, damit deren Abt Heinrich (1126-1133) in ihrem Besitz Thulba nach ihrem Ableben ein Kloster gründete, damals war noch von "Brüdern" die Rede, also war ein Männerkloster beabsichtigt. Aus formalen Gründen (Zeugen) wurde die Stiftung kurz darauf noch einmal erneuert. Regilint ergänzte die Sache noch um eine Jahrtagsstiftung, wofür weitere Güter zur Finanzierung eingebracht wurden. Doch Fulda, einmal im Besitz der Schenkung, hielt sich nicht so ganz an den Willen der Stifter. Das Kloster wurde um 1135 errichtet und um 1140 vollendet, als zumindest Gerlach von Herlingsberg noch lebte, und es wurde ein Frauenkloster. Inspirierend für diese Planung war evtl. die Gründung des nahen Klosters Wechterswinkel durch das Hochstift Würzburg, den alten Rivalen Fuldas, andererseits war der Bedarf an Unterbringungsmöglichkeiten "übriggebliebener" adeliger Damen einfach da. Parallel zum Kloster baute man 1131-1141 eine romanische Basilika, die dem hl. Lambertus, Märtyrerbischof von Maastricht, dem hl. Vitalis und der hl. Margareta von Antiochia geweiht wurde. Der Fuldaer Abt Konrad (1134-1140) vermehrte die Ausstattung des Klosters, und mit der Bestätigung der Klostergründung durch Papst Innozenz II. (1130-1143) am 18.3.1142 wurde unter Abt Aleholf (1140-1148) der Gründungsprozeß abgeschlossen. Vielleicht wurde Regilint selbst Nonne oder Konversin; es sind vier geistliche Damen mit diesem Namen im Nekrolog des Klosters Frauenberg verzeichnet. Der erste überlieferte Name einer Äbtissin lautet Geppa, im Jahre 1165. Für die in der Nachbarschaft wohnenden Adelsgeschlechter entwickelte sich Thulba zur Grablege, insbesondere kamen dafür die Herren von Erthal in Frage, auch wenn sich keine Zeugnisse dafür erhalten haben. Die Vogtei über das junge Kloster hatten die Herren von Hiltenburg, deren Burg einst in der heutigen Gemeinde Hausen vor der Rhön lag. Seit dem späten Mittelalter nahm ein vom Stift Fulda bestellter Propst die weltlichen Geschäfte des Klosters wahr. Der Propst hatte seinen Wohn- und Amtssitz außerhalb des Klosters, und er hatte innerhalb der Klausur nichts zu suchen. Das Kloster selbst war eine geschlossene Welt für sich, und der Propst regelte außerhalb alle irdischen Belange. Die Kirche war zunächst eine dreischiffige romanische Basilika.

Normalerweise wurden die Propsteien an Kapitelmitglieder vergeben, als Pfründen, die innerhalb des engsten Führungskreises des Klosters Fulda verteilt wurden. Man versuchte natürlich, im Laufe seines geistlichen Lebens seine bisherige Pfründe bei passender Gelegenheit gegen eine bessere, lukrativere oder höher angesehene einzutauschen, um schließlich in noch höhere Ämter aufzusteigen, und vielleicht zum Fürstabt aufzusteigen. Nur einmal ging es auch in umgekehrte Richtung: Reinhard von Weilnau (1424-1476), aus einer Nebenlinie der Grafen von Diez, war zuerst Fürstabt von Fulda. 1472 zog er sich zugunsten seines Onkels von diesem Posten nach Thulba zurück, wo er noch vier Jahre amtierte. Konkret hieß das, daß er 1472 sein Amt in die Hände von Papst Sixtus IV. resignierte, was nach sich zog, daß die Neuverleihung der Abtswürde allein dem Papst zustand. Entsprechend gab es bei der resignatio in manibus papae auch keine nachfolgende Wahl, und natürlich auch keine Wahlkapitulation, die im wesentlichen aus Versprechungen von Ämtern gegen Stimmen bestand. Nur so konnte der seltsame, aber raffiniert ausgehandelte Deal sicher abgewickelt werden, denn der vorgesehene Nachfolger war auch noch Weltgeistlicher und Würzburger Domherr, so daß man auch noch einen Dispens für Johann von Henneberg brauchte. Der neue Fuldaer Abt gab seinem Neffen Reinhard von Weilnau die Propstei Thulba und gewisse andere Einkünfte.

Der Fürstabt Johann II. von Henneberg-Schleusingen (amtierte 1472-1513) versuchte sich an Reformen für das Kloster Thulba, doch seine Maßnahmen waren wirkungslos, es ging wirtschaftlich und personell bergab. Zucht und Ordnung waren den Nonnen fremd geworden. Der Name der vorletzten Äbtissin lautet Cäcilia (1505). Sie kam aus Würzburg und sollte eigentlich als Reformerin nach Thulba kommen.  Ein neuer Tiefpunkt war die Amtszeit von Propst Valentin von Lüder (amtierte 1514-1525). Er lebte lasterhaft und selbstherrlich und weitab von jedem benediktinischen Ideal. Und er wirtschaftete das Kloster vollends herunter, indem er sich wenig um Einnahmen kümmerte, dafür zu hohe persönliche Ausgaben hatte. Die allerletzte Äbtissin war Barbara von Hasenstab; sie beklagte 1523 gegenüber dem Fuldaer Fürstabt die desolate wirtschaftliche Lage, den baufälligen Zustand der Gebäude und die Anhäufung von 400 fl. Schulden durch die pröpstliche Mißwirtschaft. Aus einem einst prosperierenden Kloster war ein Armenhaus geworden.

Geschichte der Propstei Thulba: Zerstörung, Ende des Klosters und Umwandlung in eine Propstei
Das Kloster Thulba wurde 1525 im Bauernkrieg zerstört. Bauern aus dem Amt Trimberg, das zum Hochstift Würzburg gehörte, gingen voran und stürmten am Gründonnerstag 1525 das Benediktinerkloster Aura. Sie drängten ihre Kollegen im benachbarten fuldischen Territorium, es ihnen gleichzutun, und stürmten die Fuldaer Untertanen kurz darauf das Kloster Thulba. Was sie vorfanden, entsprach so gar nicht dem eigentlichen Ziel des Bauernzorns: 13 Klosterfrauen, davon die meisten arm, krank und gebrechlich. Was im Kloster wertvoll war an Gegenständen, hatte man beizeiten nach Euerdorf in Sicherheit gebracht. Aber die 13 armseligen Nonnen konnten die Bauern verjagen, eine Schande, ihren politischen Zorn an den Schwächsten auszulassen. Sie fanden Zuflucht in Fulda. Zwei Schwestern aus Würzburg, die sich hier zwecks Einführung von Reformen aufgehalten hatten, kehrten nach Würzburg zurück, sie sind uns namentlich bekannt: Barbara Kreut und Margaretha von Ochsenfurt. Die romanische Kirche wurde zerstört, ebenso das Kloster. Zwischen der Kirche und dem ehemals südlich davon gelegenen Kloster hat sich noch ein kleiner Rest des romanischen Kreuzgangs erhalten, dazu eine Bruchsteinmauer mit zwei schmale Rundbogenfensterchen. Das ist der ganze Rest des Klosters.

Der Aufstand der Bauern wurde zwar niedergeschlagen, doch danach hatte man zwei Probleme: Zum einen war die wirtschaftliche Basis des Klosters weggebrochen, zum anderen gab es infolge der Reformation keinen Nachwuchs an Nonnen mehr. Barbara von Hasenstab, ehemalige Äbtissin, schrieb 1528 sogar an Kaiser Karl V., um den Wiederaufbau zu erwirken, ihre Idee war, das von den an der Zerstörung beteiligten Aufständischen bezahlen zu lassen. Der Kaiser sah das völlig ein und gab den Fall zur Erledigung an den Fuldaer Fürstabt Philipp Georg Schenck zu Schweinsberg (regierte 1567-1568), der gar nichts machte. Der Konvent ging sang- und klanglos ein, und Thulba wurde 1530 in eine Propstei umgewandelt. Der Propst hatte zwar schon zuvor die weltlichen Dinge des Klosters geregelt und sich um die wirtschaftlichen Fragen und Einnahmen aus dem zugehörigen Grundbesitz gekümmert, das machte er weiterhin, nur ohne Kloster und ohne Nonnen. Thulba war eine Pfründe geworden. Der Propst sollte von vier Mönchen als Vikaren unterstützt werden, die die Priesterweihe erhalten hatten, um den seelsorgerischen Pflichten nachkommen und die Gottesdienste abhalten zu können. Außerdem mußten die Pflichten erfüllt werden, die sich durch die gestifteten Seelenmessen ergaben. Die Stifter waren zwar längst verstorben, aber bezahlt ist bezahlt. Als Wolfgang Dietrich (Theoderich) von Eusigheim/Uissigheim (ca. 1490-29.4.1558), der selber zuvor um 1541 bis 1550 Propst in Thulba war, 1550 zum Fürstabt gewählt worden war, hatte er die Idee, das Benediktinerinnenkloster mit einem Schwung neuer Nonnen wiedererstehen zu lassen, doch das blieb ein Wunsch. Thulba war damit endgültig zu einem Propsteiamt geworden, in dem der Klosterbesitz verwaltet wurde. Und der war beträchtlich, denn das ehemalige Kloster Thulba besaß Güter und Rechte in nicht weniger als 52 Orten von Ostheim vor der Rhön bis Gramschatz.

Fakt war: Niemand hatte ernsthaftes Interesse an einem Wiederaufbau des Klosters. Aber Interesse an der Wahrnehmung der wirtschaftlichen Erträge der Güter hatte man schon, und deshalb baute man 1558 ein Verwaltungsgebäude, den Bau für den Propst und seine drei oder vier Vikare. Damals entstand die alte Propstei, das Treppengiebelhaus, das rechtwinklig zum neuen, später gebauten Propsteischloß steht und den kleinen Platz nach Norden abschließt. Und natürlich kümmerte man sich auch um die Seelsorge, so ließ Propst Reinhard Ludwig von Dalwigk um 1600 ein eigenes Pfarrhaus für den ersten Ortspfarrer erbauen.

Die Region hatte zu jener Zeit auch andere, größere Sorgen: Die Gegend um Hammelburg und Thulba war in der Reformationszeit lutherisch geworden, und Balthasar von Dernbach, Fürstabt von Fulda, und Julius Echter von Mespelbrunn, Fürstbischof von Würzburg, stritten sich um die Gegenreformation in der Region. Balthasar von Dernbach wollte alle ausweisen lassen, die nicht zum Katholizismus zurückkehren wollten. Die Ritterschaft suchte deshalb die Allianz mit Julius Echter. Der Streit gipfelte in der erzwungenen Abdankung Dernbachs und der Einsetzung des Würzburger Fürstbischofs als Administrator über Fulda. Der Streit darum zog sich noch 26 Jahre vor dem Reichshofrat hin und endete mit der Wiedereinsetzung Dernbachs.1602 gab es in dieser Sache einen Schiedsspruch des Kaisers. Und 1626 wurde das nun ein Jahrhundert lang nicht wiederhergestellte Kloster Thulba offiziell aufgelöst, nachdem es schon seit ca. 1530 de facto eine Propstei war.

Geschichte der Propstei Thulba: Wiederaufbau der Kirche und der Verwaltungsbauten
Im 16. Jh. wurde die im Bauernkrieg zerstörte romanische Klosterkirche notdürftig wiederhergestellt. Dachbalken wurden auf 1579 datiert und bezeugen so eine Reparatur. Die Kanzel stammt von 1590 und war zwischenzeitlich in der Michaelskapelle, ehe sie zurückgeholt wurde; heute ist sie ein besonderes Schmuckstück im Stil der Renaissance. Sie trägt Relieffiguren von Andreas, Petrus, Jakobus und Johannes. Der Taufstein stammt aus dem Jahre 1610 und wurde laut Inschrift von Propst Reinhard Ludwig von Dalwigk aufgestellt. Propst Otto Heinrich von Calenberg, dem wir den Wiederaufbau der Kirche verdanken, hatte 1608 einmal durchrechnen lassen, was der Wiederaufbau des Klosters kosten würde: Stolze 12000 fl. wäre der Preis gewesen, zu viel für die geringe wirtschaftliche Grundlage. Von Fulda waren keine Zuschüsse zu erwarten, vielmehr erwartete man in Fulda, daß nach Abzug der Unkosten und eines Anteils für den Propst Gelder nach Fulda flossen, nicht umgekehrt. Deshalb bestimmte der Fuldaer Fürstabt Johann Schenck zu Schweinsberg (regierte 1624-1632), daß keine Gelder zum Wiederaufbau des Klosters oder zur Renovierung der Kirche verwendet werden dürften, sondern nach Fulda zu leiten seien.

 

Nach der erneuten Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg wurde die Kirche unter Propst Otto Heinrich von Calenberg 1625-1629 im Stile der Zeit wiederaufgebaut. Die einstige wuchtige Geschlossenheit des romanischen Baus und die strenge Gliederung auf kreuzförmigem Grundriß klingen deswegen nur noch ein bißchen nach. Das basilikale Konzept mit einem höheren Hauptschiff und niedrigeren Seitenschiff, der kreuzförmige Grundriß und die Chorapsiden sind prinzipiell noch vorhanden. Verändert wurden die Trennarkaden zwischen den Schiffen: In romanischer Zeit gab es eine rhythmische Abfolge von Bögen auf Rundsäulen und rechteckigen Pfeilern, davon ist nichts mehr vorhanden. Dafür sehen wir im Mauerwerk immer wieder romanische Spolien und Fragmente der einstigen Kämpfer mit mehrreihigen Würfelfriesen sowie Leisten aus hohen und vertieften Rechtecken. Beim Wiederaufbau wurden anstelle der ursprünglichen Säulen im Langhaus weite Spitzbogenarkaden eingebaut, und der Obergaden wurde vermauert. Die Seitenschiffe wurden erhöht, wodurch die Dächer vereinheitlicht werden konnten. Dafür wurden neue, große Fenster neu gebrochen. Das Mittelschiff war früher mit einer Tonne überwölbt; jetzt erhielt es eine Flachdecke. Die Vierungsbögen wurden verstärkt, vermutlich waren größere und damit schwerere Glocken beabsichtigt. Das westliche Portal mit schmucklosem Tympanon stammt ebenfalls noch aus der Romanik. Seine Gewände sind mittels Halbrundsäulen und rechteckigen Pfeilern zur Mauertiefe hin abgestuft. Ebenfalls gründungsbauzeitlich ist der Rundbogenfries an der Außenseite der Chorapsis mit seinen Köpfen, Palmetten- und Flechtbandmustern. Dort sind auch mehrere Steinmetzzeichen zu finden. Der Turm, dessen Glockenstuhlgeschoß auf allen vier Seiten rundbogige Zwillingsarkaden mit Würfelkapitellen auf den Arkadensäulen besitzt, bekam einen neuen Zugang über ein rundes Treppenhaus im nördlichen Seitenschiff und einen Glockenstuhl. Und er bekam ein neues Dach. Vor der Kirche sind zwölf alte Kapitelle zu sehen, die nicht mehr benötigt wurden. Es ist erstaunlich, daß der Propst von Calenberg all diese Baumaßnahmen mitten im Dreißigjährigen Krieg stemmen konnte, eine bewundernswerte organisatorische und finanzielle Leistung vor dem Hintergrund des Zeitgeschehens. Die älteste Glocke kam 1651 unter Propst Johann Michael von Hochstetten in den Turm.1659 folgten drei weitere Glocken. 1682 erhielt die Kirche unter Propst Bonifaz von Ramstein den Hochaltar und ihre erste Orgel (die heutige Orgel stammt aus dem Jahr 1903).

Propst Otto Heinrich von Calenberg
Das Wappen von Propst Otto Heinrich von Calenberg ist mitsamt seiner Ahnenprobe außen an der Kirche angebracht, an der westlichen Eingangsfront oberhalb des romanischen Portals. Dieser Wappenstein ist im Stil der Renaissance und dreigliedrig aufgebaut. Die zentrale Wappenzone wird mit zwei kräftigen Gesimsen von den beiden Inschriftenzonen unten und oben abgesetzt und seitlich von zwei Hermen in Gestalt zweier nach außen gerichteter Faune mit langgezogenen Ohren flankiert.

 

Die untere Inschrift bezieht sich auf die unter dem Propst betroffenen Baumaßnahmen und lautet: "OTTO HE(I)NRICH VON CA/LENBERG CAPITVLAR DES FÜRST/LICHEN STIEFTS FVLDT VND PROBST / ZV THVLBA AN(N)O DO(M)NI 1629". Die obere Inschrift ist ein Auszug aus Psalm 30, 2: "IN TE / D(OM)INE / SPERAVI NON CON/FVNDAR IN AETER/NVM (IN IVSTITIA TVA SALVA ME) - Herr, in dich vertraue ich, laß mich auf ewig nicht in Verwirrung gestürzt werden (errette mich durch deine Gerechtigkeit!).

Zentral ist das Wappen der von Calenberg zu sehen: Das Wappen ist gespalten, rechts in Rot ein goldener Schrägrechtsbalken, belegt mit einem schwarzen Greif, links in Silber zwei schräggekreuzte rote Streitkolben, begleitet oben von einer roten Rose. Das Silber ist hier zu schwarz korrodiert. Als Helmzier werden zu rot-silbernen Decken zwischen einem roten Flug zwei schräggekreuzte rote Streitkolben geführt, oben begleitet von einer roten Rose. Das Wappen der Familie wird beschrieben im Westfälischen Wappenbuch, wo der Schild wie hier abgebildet ist. Die Familie hieß ursprünglich Bercule, auch Bercule von Holzhausen. Der Name Calenberg kommt von der Burg Calenberg bei Warburg. Ein Zweig der Familie kam nach Österreich.

Otto Heinrich von Calenberg (-15.3.1639) war der Sohn von Heinrich von Calenberg zu Westheim und Eva von Padberg. Das Wappen der von Padberg sehen wir an zweiter Stelle, heraldisch links oben, es zeigt über einem goldenen Schildfuß zwei Reihen silbern-blauen Wolkenfehls (eigentlich Doppelwolkenfeh), auf dem gekrönten Helm mit blau-silbernen Decken ein silberner Adlerflug, jeder mit einem blauen, oben doppelwolkigen Balken belegt (Westfälisches Wappenbuch). Der Stammsitz der Herren von Padberg liegt im Kreis Brilon. Ursprünglich waren die Herren von Padberg Ministerialen im Dienste von Kurköln. Ihren Namen nahmen sie nach der kurkölnischen Burg Padberg in dem gleichnamigen Ort Padberg bei Marsberg an, die im 13. und 14. Jh. als besonders stark galt und zu den der vier Säulen des Erzbistums Köln gerechnet wurde, heute aber nur eine unscheinbare Ruine ist. Als die Herren von Padberg verarmten, wurden sie als Raubritter bekannt, und unrühmliche Bekanntheit erlangten sie durch die Padberger Fehde mit den Grafen von Waldeck und der Stadt Korbach 1413-1418, die mit einer Niederlage und Gefangennahme für die Padberger endete, außerdem mit Gebietsverlust und Zerstörung von Padberg, mit Lösegeldzahlung, Zahlung der Kriegskosten und Verpfändung der Burgen, um die Summen aufzubringen. Die Familie hat sich nie mehr von dem Schlag erholt. Im 16. Jh. zog die Familie von den mittlerweile verfallenen Burgen nach Beringhausen. Haus Padberg fiel durch Heirat an die Droste von Vischering. Die Herren von Padberg sind kurz nach 1945 erloschen mit Friedrich von Padberg aus der Linie Helminghausen, ehemaliger Gutsbesitzer, zuletzt gesehen als Zwangsarbeiter in Ostpreußen.

Die Großeltern des Propstes waren väterlicherseits Rembert I. von Calenberg zu Westheim und seine Frau, Margarethe von Calenberg. Deshalb taucht hier das Calenberg-Wappen zweimal in der Ahnenprobe auf. Mütterlicherseits waren die Großeltern Hillebrand II. von Padberg und Elisabeth von Oeynhausen, deren Wappen heraldisch links unten in Blau eine pfahlweise gestellte, silberne, viersprossige Leiter zeigt, auf dem Helm mit blau-silbernen Decken die beiden Hälften einer gespaltenen silbernen viersprossigen Leiter mit den Sprossen nach außen gestellt (Westfälisches Wappenbuch, Niedersächsische Wappenrolle Nr. 968, Münchener Kalender 1919, Grote: Geschlechts- und Wappenbuch des Königreichs Hannover und des Herzogtums Braunschweig). Die von Oeynhausen sind eine Familie des westfälischen Uradels und seit dem 11. Jh. urkundlich belegt. Sie gehörten zur Calenbergischen Ritterschaft. Der Stammsitz Oeynhausen lag im Fürstentum Paderborn. Die Familie erhielt von Kaiser Karl VI. am 17.4.1722 zu Wien in einer Linie den Reichsgrafenstand für den königlich-britischen Kammerherrn und Oberjägermeister im Kurfürstentum Hannover Raben Christoph von Oeynhausen, was am 14.8.1725 in Hannover anerkannt wurde. Diese besondere Gunst dankte die Tatsache, daß er mit seiner Frau die unehelichen Kinder des späteren britischen Königs mit der Schwägerin Melusine von der Schulenburg als eigene Kinder großzog, so sprach der Landesherr seinen Dank aus und versorgte die leiblichen, unehelichen Kinder mit einem besseren Titel. Andere Linien der Familie blieben im Freiherrenstand. Eine preußische Anerkennung des Freiherrnstandes gab es am 28.4.1874.

Die Urgroßeltern des Propstes waren Hermann V. von Calenberg und Anna von Papenheim (nicht Pappenheim!), Eberhard von Calenberg und Martha von Uffeln, Philipp von Padberg und Anna von Twiste, Burchard von Oeynhausen (1510-) und Margaretha von Druchtleben. Der Propst hatte folgende Geschwister: Henning von Calenberg, vermählt mit Klara von und zu Lahr, Rembert Friedrich von Calenberg, Hermann Wolf von Calenberg, vermählt mit Anna Kunigunde von Boineburg, Rabe Georg von Calenberg und Walter Christoff von Calenberg, vermählt mit Sabine Clara von Padberg.

In der Barockzeit entstanden zwei Epitaphien im Inneren der Kirche, die zunächst im Chor aufgestellt waren, jetzt aber im südlichen Querhaus an der Südwand aufgestellt sind. Der spätere Propst Franziskus von Calenberg aus der gleichen Familie ließ sie für zwei seiner Vorgänger anfertigen. Das eine dieser Epitaphien, das linke, ist für seinen Verwandten, Propst Otto Heinrich von Calenberg.

 

Die Inschrift im Zentralfeld erinnert daran, was der Propst während des Dreißigjährigen Krieges für das Kloster getan hat und lautet: "SISTE VIATOR / ECCE HIC QUIESCIT / PL(URIMU)M R(EVERENDUS) ET PERILLUSTRIS / D(OMI)NUS D(OMINUS) OTTO HENRICUS A CALEN/BERG EX WESTHEIM INCLYTAE AC / PRINCIPALIS ECCL(ESIAE) FULD(ENSIS) CAPITUL(ARIS) / ET AD S(ANCTUM) LAMBER(TUM) IN THUL(BA) PRAEPOSI(TUS) / QUI / DE PATRIA FULDENSI QUAM CALAMITOSIS / SUECICI BELLI TEMPORIBUS SUAVISSI / MA SUA HUMANITATE ET PRUDENTIA / DEFENDIT OPTIME MERITUS / ANNO 1639 DIE 15 MARTII TERTIAM IN/TER ET QUARTAM POMERIDIANAM / PIE IN DOMINO ABIIT ET OBIIT / PRO LABORIBUS PERPESSIS / DONET EI PACE MILLE; QVI EST VERA PAX". Die letzten zwei Zeilen bergen eine Datierung über das Chronogramm: DONET EI PACE MILLE QVI EST VERA PAX = D + I + C + M + I + L + L + V + I + V + X = 500 + 1 + 100 + 1000 + 1 + 50 + 50 + 5 + 1 + 5 + 10 = 1723, das Jahr der Stiftung dieses Epitaphs, das durch die Stiftungsinschrift ganz unten bestätigt wird.

 

Das Epitaph hat das gleiche heraldische Programm wie die Bautafel über dem Eingang, oben in der Mitte das von zwei Engeln beseitete Vollwappen des Propstes selbst, dann an den Rändern nach außen gedreht die vier Ahnenwappen von Calenberg oben rechts, von Padberg oben links, von Calenberg unten rechts und von Oeynhausen unten links. Die auf den zugehörigen Schrifttafeln genannten Personen sind die beiden Eltern und die beiden Großmütter, also nicht die vier Großeltern. Der Wappenschild der von Padberg ist nicht korrekt; das Motiv des Wolkenfehs wurde mißverstanden und als Wellenbalken wiedergegeben, vielleicht bei einer Restaurierung. Die empfindlichen und leicht abbrechenden Kleinode sind größtenteils verlorengegangen, bei dem Wappen der von Oeynhausen ist sie nur noch halb vorhanden.

 

Ganz unten rechts und links des Stifterwappens steht die Stiftungsinschrift: "POSUIT D(OMINUS) FRANCISCUS / A CALENBERG EX WESTHEIM / INCLYT(AE) ECCL(ESIAE) FULD(ENSIS) CAPITUL(ARIS) / ET AD S(ANCTUM) LAMBERTUM / IN THULBA PRAEPOSITUS / PIE DEFUNCTI PRONEPOS / ANNO 1723" - Franz von Calenberg, der erhabenen Fuldaer Kirche Kapitelmitglied und Propst in Thulba hat (dieses Epitaph) seinem fromm verstorbenen (Großonkel als) Großneffe aufgestellt im Jahre 1723. Mit "Pronepos" bezeichnet man einen Urenkel oder Großneffen, rückwirkend kommt natürlich nur Großonkel in Frage, da die direkte Abstammung bei einem Kleriker normalerweise ausgeschlossen ist.

Propst Bonifaz von Ramstein
Außen an der südlichen Langhauswand der Kirche ist die Grabplatte für den Thulbaer Propst Bonifaz von Ramstein (amtierte 1677-1687) in die Mauer eingelassen. Es ist die einzige heraldische Hinterlassenschaft dieses Propstes in Thulba, ohne Entsprechung eines Epitaphs im Kircheninneren. Bei den von Ramstein handelt es sich um eine Basler Familie, die sich in einen freiherrlichen und einen ritterlichen Zweig aufteilte, mit unterschiedlichen Wappen: Die Freiherren führten in Schwarz zwei schräggekreuzte silberne Lilienstäbe (Glevenstäbe), auf dem Helm mit blau-schwarzen Decken ein wachsender, blau mit schwarzen Kragenaufschlägen gekleideter Mannesrumpf, auf dem Kopf über einer silbernen Binde mit beiderseits abflatternden Tuchstreifen eine rote Spitzmütze, vorn drei Straußenfedern hinter die Binde gesteckt, in den Farben blau-rot-schwarz (Basler Wappenbuch, Basler Wappenkalender). Der ritterliche Zweig führte in Gold zwei schräggekreuzte rote Lilienstäbe (Glevenstäbe), auf dem Helm mit rot-goldenen Decken ein wachsender rotgekleideter, spitzbärtiger Mannesrumpf mit goldenem Judenhut (Basler Wappenbuch, Rietstap/Rolland). Hier handelt es sich um einen Vertreter der freiherrlichen Linie, also ist die Feldfarbe Schwarz, die Glevenstäbe sind silbern.

 

Bonifaz von Ramstein (-7.3.1687) war Konventuale von Fulda und 1677-1687 Propst zu Thulba. In seiner Amtszeit wurde 1682 der Hochaltar erneuert, außerdem wurde die erste Orgel eingebaut. Die Platte (Abb. oben links) trägt in der Mitte ein großes Vollwappen der von Ramstein (Abb. oben rechts) und in den vier Ecken des Zentralfeldes eine aus vier Wappen bestehende Ahnenprobe, wobei sowohl das obere Paar (Abb. unten) als auch das untere Paar (letzte Abb. in diesem Abschnitt) identisch aus rechts dem Wappen der Freien von Ramstein und links aus dem Wappen der von Landsberg besteht. Das Wappen der von Landsberg ist grün-silbern geteilt, oben ein goldener Sechsberg, auf dem Helm mit silbern-grünen Decken ein wachsender Mohrenrumpf, golden gekrönt mit zwei abflatternden silbernen Bändern, das Gewand grün-silbern geteilt, oben ein goldener Sechsberg (Aschaffenburger Wappenbuch, Rietstap).

Eine solche genealogische Konstellation läßt sich im Stammbaum der Freien von Ramstein nicht finden. Es gibt nur eine einzige Ehe zwischen beiden Familien im in Frage kommenden Zeitraum, das ist die zwischen Hans Kaspar von Ramstein und Eva Maria von Landsberg. Bonifaz von Ramstein ist mit hoher Wahrscheinlichkeit deren Sohn. Dann wären seine vier Großeltern Emanuel von Ramstein, eine nicht mit ihrem Vornamen bekannte Frau Schütz von Pfeilstadt, Georg von Landsberg und Jakobea von Wessenberg. Es kann nur gemutmaßt werden, daß dem pröpstlichen Nachfolger, der diese Grabplatte in Auftrag gab, nur die Eltern, nicht aber die Großeltern seines Vorgängers bekannt waren, und daß ihm Nachforschungen im fernen Basel zu aufwendig wären. Deshalb hat er es sich einfach gemacht und die Wappen der Eltern verdoppelt - Wappen vier adeliger Vorfahren mußten her, Problem gelöst, und da die Familie eh am Erlöschen war, waren Nachfragen eher unwahrscheinlich, zudem weit weg. Diese Familie der Freien von Ramstein erlosch mit einem Bruder des Propstes. Ein Bonifaz von Ramstein taucht nicht in der Familien-Genealogie auf. Wir müssen davon ausgehen, daß jener Bruder des Letzten der von Ramstein, wie auch immer sein echter Vorname war, bei seinem Eintritt in den Benediktinerorden als Mönchsnamen "Bonifatius" wählte, insbesondere weil das der Gründer der Klosters Fulda war. Es wäre möglich, daß der ominöse Hans Conrad von Ramstein aus der letzten Generation, über den keine weiteren Daten existieren (was Ende des 17. Jh. ungewöhnlich ist, aber mit seinem Eintritt in einen Orden eine plausible Erklärung fände), der aber zum Zeitpunkt des Ablebens seines Bruders bereits tot war, identisch mit dem Mönch Bonifaz ist; oder aber es handelt sich bei Bonifaz um einen weiteren Bruder. Das Wappen dieses Propstes taucht übrigens auch in Großenlüder am stiftskapitularischen Amtshaus auf.

Von der auf dem Rand umlaufenden Inschrift ist noch lesbar: "ANNO 1687 DEN 7 MARTII IST GESTORBEN DER HOCH WVRDIG HOCHWOHLGEBOHRNE HERR BONIFACIVS VON RAMSTEIN D....."

Propst Friedrich von Buttlar und die neue Propstei
Später änderte sich das Verhältnis zwischen Thulba als Filiale und Fulda als Landesherr. Die Pröpste verstanden es mehr und mehr, unter der Fuldaer Landeshoheit eine gewisse, vor allem finanzielle Autonomie zu erreichen, sich von der alles vereinnahmenden Macht Fulda etwas abzusetzen und zunehmend größere Anteile an den erwirtschafteten Einkünften vor Ort zu verbrauchen, oder sagen wir, die eigene Pfründe zu vergrößern. Und so kam es, daß irgendwann auch vor dem Hintergrund wirtschaftlicher und finanzieller Gesundung der Propstei Geld für größere Baumaßnahmen da war.

Unter den Pröpsten Propst Benedikt von Rosenbusch (amtierte 1687-1701) und Friedrich von Buttlar erhielt Thulba ein neues, barockes Gesicht. Letzterer amtierte 1701-1707, nachdem er davor in Holzkirchen Propst war, aber er verließ nach nur 6 Jahren Thulba schon wieder, um danach in Johannesberg bei Fulda Propst zu werden, wo auch sein Wappen mehrfach in der Kirche zu finden ist.

Friedrich von Buttlar ließ in seiner Amtszeit in Thulba 1701-1706 ein neues Propsteischloß errichten, das bereits sein Amtsvorgänger begonnen hatte. Als Baumeister wurde der aus Tirol stammende Franziskanerbruder Antonius Peyer (1673-1704) gewählt, der im Kloster Frauenberg in Fulda lebte und der auch in den Jahren 1702 bis 1704 das neue Palais des Stiftsdechanten in Fulda errichtete und auch das Propsteischloß in Blankenau erbaute. Mit dem Umzug der Pröpste und Vikare in das neue Propsteischloß wurde das Treppengiebelhaus als Verwaltungsgebäude genutzt. Das ortsbildbeherrschende Propsteischloß ist zweistöckig über dem Sockelgeschoß. Die eigentliche Schauseite ist die Ostfassade; diese ist vertikal durch mehrere Kolossalpilaster gegliedert, die jeweils zwei Fensterachsen zu einem Doppelrhythmus zusammenfassen.

In der Portalzone werden ausnahmsweise drei Achsen auf diese Weise zusammengefaßt. Im unteren Stockwerk tragen die Fenster abwechselnd Dreiecksgiebel und Segmentbogengiebel, im oberen Geschoß ausschließlich Segmentbogengiebel. Unter dem Dachansatz ist ein Triglyphenfries angebracht, der jedoch regelmäßig von den Segmentüberdachungen der Fenster unterbrochen wird, so daß Triglyphen mit und ohne Pilaster alternieren. Das mittig gelegene, prächtige Treppenhaus teilt das Propsteischloß in einen südwestlichen und einen nordöstlichen Flügel. Der nordöstliche Teil rechts des Treppenhauses war, obwohl außen baulich gleich, innen der untergeordnete Teil, denn hier wohnten die Bediensteten der Pröpste. Der südwestliche Teil der Neuen Propstei enthielt die Wohn- und Repräsentationsräume des Propstes. Einige der Räume sind mit Deckengemälden ausgestattet.

Das Wappen der von Buttlar im verkröpften Segmentbogengiebel der Portalrahmung zeigt in Rot eine silberne Butte mit goldenen Reifen und zwei goldenen Tragbändern links, auf dem gekrönten Helm mit rot-silbernen Decken ein silbernes oder wie hier rotes Hifthorn (Jagdhorn) mit silbernem (hier goldenen) Band, das Mundloch eigentlich noch oben besteckt mit drei Straußenfedern, einer silbernen zwischen zwei roten. Die letztgenannten Details sind hier abgebrochen.

Die südwestliche Schmalseite des Gebäudes wird durch vier Pilaster gegliedert, die jeweils eine einzelne Fensterachse rahmen. Freistehende Triglyphen entfallen damit. Das System der nur im unteren Hauptgeschoß alternierenden Fenstergiebelformen wird beibehalten, so daß wir hier nur einen einzigen Dreiecksgiebel zwischen fünf Segmentbogengiebeln sehen. In der mittleren Fensterachse ist die Brüstung des Fensters des unteren Hauptgeschosses zu einem Wappenstein des Bauherrn mit Ahnenprobe gearbeitet worden.

 

Das zentrale Wappen ist das des Propstes Friedrich von Buttlar wie oben beschrieben. In den vier Ecken sind die Wappen der Eltern und Großeltern angebracht. Die Eltern des Propstes waren Johann Friedrich von Buttlar auf Mariengart (-1685), fuldischer Amtmann in Geisa und Rockenstuhl, und Anna Kunigunde von Boineburg zu Lengsfeld (1632-1675). Die Großeltern väterlicherseits waren Johann Georg von Buttlar (1577-1622) und Maria von Dölau zu Ruppersgrün; die Großeltern mütterlicherseits waren Christoph von Boineburg zu Lengsfeld und Susanna Kunigunde Euphemia von der Tann. Die Urgroßeltern des Propstes waren Wilhelm von Buttlar und Catharina (oder Sibylla) von Völkershausen, Sigmund von Dölau zu Ruppersgrün und Sibylla von Zedwitz, Wolff Hermann von Boineburg zu Lengsfeld und Anna Cunigunde von Buchenau sowie Daniel von der Tann und Margaretha Christina von Thüngen. Eine erheblich umfangreichere Ahnenprobe des Propstes ist in der Kirche der ehemaligen Propstei Johannesberg zu sehen.

Die Inschrift unter dem zentralen Wappen lautet: "ANNO DOMINI MDCCI / FRIDERICUS A BUTTLAR INCLY/TAE ECCLESIAE FULDENSIS CAPI/TULARIS ET PRAEPOSITUS IN THUL/BA HAS AEDES EXSTRUXIT" - im Jahre des Herrn 1701 hat Friedrich von Buttlar, Kapitelmitglied der erhabenen Kirche von Fulda und Propst in Thulba, dieses Bauwerk errichtet.

Die Ahnenprobe besteht aus den Einzelwappen von Buttlar (heraldisch rechts oben) wie oben beschrieben, von Boineburg (heraldisch links oben), hier silbern-schwarz, sonst eigentlich schwarz-silbern geviert, auf dem gekrönten Helm mit eigentlich schwarz-silbernen Decken ein hier silbern-schwarz, sonst schwarz-silbern übereck geteiltes Paar Büffelhörner, von Dölau (heraldisch rechts unten), in Rot drei silberne Hechte übereinander, auf dem gekrönten Helm mit rot-silbernen Decken ein hier rotes Hirschgeweih, vgl. Siebmacher Band: Reu Seite: 3 Tafel: 2, und von der Tann (heraldisch links unten), in Rot eine silberne, mit dem Rücken nach oben gekrümmte Forelle, hier in gewendeter Form, auf dem gekrönten Helm zu rot-silbernen Decken ein roter Schaft belegt mit einer nach oben gekrümmten, mit Kopf und Schwanz abwärts gebogenen, silbernen Forelle und oben besteckt mit drei Straußenfedern. Der Anstreicher hat hier durchweg alle Helmdecken rot-silbern angestrichen, wobei er dreimal Glück hatte, aber bei Boineburg falsch lag, denn hier müßten sie schwarz-silbern sein.

Der Landesherr: Adalbert von Schleifras
Nach diesem Blick auf die beiden Wappen und die Ahnenprobe desjenigen Propstes, dem wir im wesentlichen den Bau der neuen Propstei verdanken, richten wir den Blick wieder in der Eingangsachse auf der Südostfassade noch etwas höher, sinnbildlich wie buchstäblich, denn an Fassade ist weit oberhalb des pröpstlichen Wappens unter dem Fenster des zweiten Hauptgeschosses noch das Wappen des damaligen Dienst- und Landesherrn angebracht, des Fuldaer Fürstabtes Adalbert I. von Schleifras (18.2.1650-6.10.1714, amtierte 1700-1714). Sein Wappen ist geviert, Feld 1 und 4: in Silber ein schwarzes durchgehendes Kreuz, Fürstabtei Fulda, Feld 2 und 3: von Schleifras, gespalten, rechts in Gold eine rote, aufrecht gestellte Axt, Schneide nach links, links in Rot ein schwarzer, höhenverstellbarer Kesselhaken mit Zahnschiene.

Dazu werden drei Helme geführt, Helm 1 (Mitte): auf dem Helm zu eigentlich schwarz-silbernen Decken auf einem roten Kissen eine goldene Krone, aus der ein schwarzes, lateinisches Kreuz herausragt, Fürstabtei Fulda, Helm 2 (rechts): auf dem gekrönten Helm zu eigentlich schwarz-silbernen Decken eine silberne, golden verzierte und rot gefütterte Inful, aus der noch zwei Fähnchen schräg herausragen, jedes Fähnchen eigentlich noch gespalten, vorne in Rot aus grünem Dreiberg wachsend ein grüner Lilienstock mit drei silbernen Blüten und hinten in Gold ein halber schwarzer Adler am Spalt, hier vereinfachend angestrichen, Fürstabtei Fulda, Helm 3 (links): auf dem gekrönten Helm zu eigentlich rot-goldenen Decken ein roter Flug mit goldenen Saxen, von Schleifras. Die heutige, einheitlich rot-weiße Farbgebung der Helmdecken am äußeren Tor hat nichts mit den korrekten Tinkturen zu tun. Hinter den beiden äußeren Helmen sind das gestürzte Schwert (heraldisch links) und das Abts-Pedum (heraldisch rechts) zu sehen, Zeichen geistlicher Macht und weltlicher Landeshoheit.

Propst Mauritius von Westphalen
Wenn wir chronologisch die nächsten pröpstlichen Wappen aufsuchen, führt uns der Weg wieder in die Kirche hinein: Das andere Epitaph im südlichen Querhaus, das rechte von beiden, ist für Mauritius von Westphalen, der 1721 während einer Messe einen Schlaganfall erlitt und daran verstarb. Sein von zwei Putten flankiertes Wappen ist oben in der Mitte angebracht und zeigt in Silber einen roten Balken, darüber ein schwarzer, fünflätziger Turnierkragen, auf dem Helm mit schwarz-silbernen Decken ein roter, silbern aufgeschlagener Turnierhut mit zwei silbernen Fasanenfedern besteckt, dazwischen ein schwarzer Turnierkragen. Hier sind die Federn mit dem Turnierkragen im Kleinod verlorengegangen. Das Wappen wird beschrieben im Westfälischen Wappenbuch, im Münchener Kalender 1932 und im Siebmacher Band: Pr Seite: 445 Tafel: 486. Die Linie der von Westphalen zu Herbram ist 1747 erloschen.

 

Die Inschrift im Zentralfeld lautet: "STA VIATOR / LEGEM UNIVERSIS LATAM / OMNIBUS DATAM NON ERRAS / STATUTUM EST MORI / LEGEM SUBIIT DUM OBIIT / PLURIMUM REVERENDUS ET PERIL/LUSTRIS DOMINUS D(OMINUS) MAURITIUS / L(IBER) B(ARO) A WESTPHALEN EX HERBERAM / INCLYTAE ECCLESIAE FULDENSI CAPITU/LARIS AS S(ANCTUM) LAMBERTUUM IN THULBA BRAEPO/SITUS (=PRAEPOSITUS) / "CUM SCILICET / ANNO 1721 16 IAN(UARII) IN SACRIS CUM DEO AGERET / ECCEE / INSTANS OMNE SACRUM MORS IMPORTUNA / PROFANAT / DUM / INTER / ORANDUM APOPLEXIA / TACTUS 18 IAN(UARII) / FATA CLAUSIT." Unter der von Blattkränzen eingerahmten Inschrift befindet sich ein Totenschädel über zwei gekreuzten Knochen als Vergänglichkeitssymbol.

Am Epitaph sind vier Wappen einer Ahnenprobe angebracht, alle vier sind aus der Ebene nach außen gedreht, so daß das Epitaph zum Umschreiten einlädt. Zum Verständnis derselben ein wenig Genealogie: Mauritius von Westphalen (-18.1.1721) war der Sohn von Johannes (Johann) Bernhard (Bernardus, Bernd) von Westphalen zu Herbram (1648-1682) und Eva Dorothea Elisabeth von Ense zu Westernkotten, die Beiden hatten 1650 geheiratet. Das namentlich zugeordnete Wappen des Vaters ist heraldisch oben rechts zu sehen, gegenüber das seiner Frau: Das Wappen der von Ense hat in Gold eine aufrechte schwarze Pferdebremse (Pferdepramme) mit rotem Band, als Kleinod zu schwarz-goldenen Decken ein goldener Flug mit der schwarzen Pferdebremse (Pferdepramme) mit rotem Band (Westfälisches Wappenbuch, Rietstap).

 

Die Großeltern des Propstes waren väterlicherseits Bernhard (Bernd, Bernardus) Friedrich (Fridericus) von Westphalen zu Herbram und Clara von Eppe zu Reckenberg, sowie mütterlicherseits Walter Philipp von Ense (1628-1654) zu Westernkotten und Catharina von Hoerde zu Störmede und Ehringerfeld, letztere hatten 1627 geheiratet. Und hier offenbart sich der Aufbau der Ahnenprobe: Wie haben die Eltern oben und die Großeltern väterlicherseits unten, nicht die vier Großeltern insgesamt. So kommt es, daß das Wappen der von Westphalen doppelt auftaucht, das der von Hoerde aber überhaupt nicht. Das unten links neu hinzugekommene Wappen ist das der von Eppe zu Reckenberg, in Gold ein schwarzer hockender Affe, der hier in seinen Händen einen roten Stab hält. Das Wappen wird beschrieben im Westfälischen Wappenbuch und im Rietstap, wobei das Schildbild etwas anders ist: Der Affe hält in seiner linken Pfote eine gestielte rote Rose. Dort wird auch das Oberwappen angegeben: Auf dem Helm mit schwarz-goldenen Decken ein schwarzer sitzender Affe, der in seiner linken Pfote eine gestielte rote Rose hält, zwischen einem goldenen Adlerflug. Hier ist es auch in der Helmzier ein Stab, den der Affe hält. Die Familie von Eppe starb am 17.1.1785 mit Florenz Anton von Eppe aus, er saß zu Reckenberg, Goddelsheim und Zwesten und war hochfürstlich-waldeckischer Kammerjunker und Landdrost.

 

Anton Fahne gibt als Urgroßeltern an: Bernhard von Westphalen zu Herbram und Anna von Westphalen zu Fürstenberg, Johann von Eppe (-1585) und Wolbert (Wolberdt, Walburgis) von Hoerde, Adrian von Ense zu Westernkotten und eine unbekannte Frau von Büren zu Büren sowie Christoph von Hoerde zu Störmede und Elisabeth von Fürstenberg zu Waterlappe. Für die Ururgroßeltern-Generation gibt er an: Rabe von Westphalen zu Herbram und Anna von der Malsburg zu Elsingen, Jasper von Westphalen zu Fürstenberg und Maria von Pladiese zu Sundermohlen, Johann von Eppe zu Reckenberg und Clara von Graffschaft zu Graffschaft, Christoph von Hoerde zu Eringerfeld und Anna von Wettberg zu Berenholte, Heinrich von Ense zu Westernkotten und eine unbekannte Frau von Raesfeld zu Hammeren, Bernhard von Büren zu Büren und eine unbekannte Frau von Hoerde zu Eringerfeld, Christoph von Hoerde zu Eringerfeld und Catharina von Haxthausen zu Bockendorff (= Bökendorf) sowie Friedrich von Fürstenberg zu Herdringen und Johanna von Spiegel zu Pickelsheim (= Peckelsheim). Diese Abfolge von Vorfahren wird bestätigt durch eine Aufschwörung von Helena Rehemunda (Richmodis, Raimunda) von Westphalen, einer Schwester des Propstes im Stift Freckenhorst, die mit allen Wappen illustriert ist.

Ganz unten sehen wir noch das weiter oben beschriebene Wappen der von Calenberg, denn dieses Epitaph stellte Franz von Calenberg (amtierte 1721-1732) für seinen Vorgänger auf, wie die beigesellte Inschrift verrät: "POSUIT D(OMINUS) FRANCISCUS A CALENBERG EX WESTHEIM PRAEPOSITUS IN THULBA DEFUNCTI SUCCESSOR" - Franz von Calenberg zu Westheim, Propst in Thulba und Nachfolger des Verstorbenen, hat es aufgestellt.

Propst Franz von Calenberg
Das leitet über zum nächsten Propst, Franz von Calenberg, der 1721-1732 in Thulba als Propst amtierte und danach die Propstei Blankenau übernahm. Von ihm sehen wir in dem ganzen Propstei-Ensemble drei Wappen, von denen die beiden an den von ihm gestifteten Epitaphien für zwei seiner Amtsvorgänger bereits Erwähnung fanden. Das dritte Wappen befindet sich an der nordöstlichen Schmalseite der Neuen Propstei über der Tür ganz rechts. Die Inschrift unter dem Wappenschild zeigt an, daß er es im Jahr seiner Amtsübernahme in Thulba dort anbringen ließ: "FRANTZ VON CALENBERG PROBST ZU THULBA 1721". Das Wappen ist gespalten, rechts in Rot ein goldener Schrägrechtsbalken, belegt mit einem schwarzen Greif, links in Silber zwei schräggekreuzte rote Streitkolben, begleitet oben von einer roten Rose. Als Helmzier werden zu rot-silbernen Decken zwischen einem roten Flug mit goldenen Saxen zwei schräggekreuzte rote Streitkolben geführt, oben begleitet von einer roten, golden bebutzten Rose.

 

Somit gibt es im ganzen Propstei-Ensemble 9 x das Wappen der Familie von Calenberg, 3 x an der West-Außenwand der Kirche für Propst und Ahnen, 1 x an der Nordostwand der Neuen Propstei, 4 x am ersten Epitaph für Propst und Ahnen und für den Stifter, 1 x am zweiten Epitaph für den Stifter.

Propst Bonifatius von Hutten
Für den nächsten Propst geht es wieder nach draußen, an die Rückseite der Neuen Propstei. Bonifatius von Hutten zu Stolzenberg (1684-1739), amtierte 1732-1738 in Thulba, davor war er als Propst in Holzkirchen, und nach Thulba bekam er den Petersberg. Er hinterließ seine heraldischen Spuren an der nordwestlichen Klostermauer, wo ein auf das Jahr 1733 datierter Wappenstein eingemauert ist. Die von Hutten haben als Wappen in Rot zwei goldene Schrägbalken, hier schräglinks. Die hier nicht dargestellte Helmzier wäre zu rot-goldenen Decken ein wachsender, rot mit goldenem Kragen gekleideter Mannesrumpf, auf dem Kopf eine rote, golden gestulpte Mütze mit drei schwarzen Hahnenfederbüscheln (Aschaffenburger Wappenbuch, Tafel 13 Seite 49, 68, 141, Siebmacher Band: He Seite: 14 Tafel: 15, Band: Bay Seite: 41 Tafel: 39, Zobel Tafel 160, Rahrbach S. 131-136, Schöler S. 60, T. 17). Ein Vergleichswappen von Bonifatius von Hutten sieht man außen an der Fassade von St. Georg in Großenlüder, außerdem ist sein Wappen, u. a. mit 4er-Ahnenprobe, mehrfach in Holzkirchen an und in der Kirche angebracht.

Propst Augustin von Bastheim
Zu den bedeutendsten Kunstwerken der Barockzeit zählen zwei Epitaphien im Chor. Beide sind stilistisch völlig ähnlich, und beide gehen eigentümlicherweise ums Eck, als wäre das Epitaph um den Vierungspfeiler 90° herumgebogen. Vom Langhaus aus sieht man nur eine schmale Kante, weil die Reliefs sich von der Seite nach hinten ums Eck biegen. Das Epitaph an der rechten Ecke zum Chor, das seinem Gegenüber ganz ähnlich aufgebaut ist, wurde wie dieses vom Propst Benedikt von Zievel (siehe unten) aufgestellt, ist aber für Augustin von Bastheim (1697-1750), welcher 1738-1750 Propst in Thulba und davor Propst in Sannerz war. Daß dieses Epitaph von Benedikt von Zievel im Jahre 1763 aufgestellt wurde, erkennt man am unten angebrachten Zievel-Wappen (Besprechung bei dem anderen Epitaph weiter unten) mit Datierung. Interessant ist, daß hier Benedikt von Zievel als Entsprechung für sein eigenes Epitaph nicht seinen Vorgänger, sondern seinen Vorvorgänger ausgewählt hat und ihm ein ähnlich gestaltetes und luxuriöses Denkmal gesetzt hat wie für sich selbst. Der Grund dafür ist offensichtlich: Sie beide beendeten ihre Karriere in Thulba und sind auch hier begraben, doch der dazwischenliegende Vinzenz (Vincentius) von Buseck genannt Brand/Brandt (17.6.1701-25.7.1765) verließ Thulba 1760, um danach Propst in Johannesberg bei Fulda zu werden. Deshalb ist er auch nicht hier begraben, und warum sollte jemand ein Prunk-Kenotaph bekommen, nachdem er Thulba für etwas Besseres den Rücken gekehrt hatte und woanders beerdigt liegt? Da passen die beiden anderen, die hier bis zuletzt lebten und wirkten, und starben, doch besser zusammen.

   

Die Inschrift im Zentralfeld entstand im Zuge der Renovierung Ende des 19. Jh., beschreibt die Gründungsgeschichte des Klosters unter Nennung einiger Äbtissinnen und lautet: "Anno 1127 ex liberali munificentia Gerlaci de Herlingsberg et uxoris eius Regilindae sub Henrico I. Abbate et Principe Fuldensi Monasterium virginum Ord. St. Benedicti in Thulba, cuius antiquissimi loci iam plus semel mentio recurrit in chartis donationum saeculi IX. et X. fundatum ac construct. nec non haec Basilica in honorem St. Lamberti Episcopi st Martyris erecta ac consecrata est. Monasterium Rusticorum rebellione anno 1525 destructum et Suecorum refesiationibus ad solitudinem redactum est. Nomina Abbatissarum, quae inveniri potaerunt, sunt: Geppa 1165 - Beatrix 1298 - Sophia 1314 - Mechtildes 1354 - Petrissa ab Hölin 1395 - Margaretha de Lichtenberg 1417 - Anna de Buchenberg 1466. Caecilia, quam Johannes II. Abbas Fuldensis ex St. Udalrici urbis Herbipolensis Asceterio Santimonialium evocavit et Abbatissam ac Reformatricem constituit Monassterii Thulbensis, cuius ultima omnium Abbatissarum exstitisse videtur. Monasterium virginum Ord. St. Benedicti in Thulba sicut omnia virginum Asceteria Abbattiae Fuldensis per Praepositos ex Fuldensi gremio de sumptos tam in spiritualibus quam in temporalibus regebatur. Monasterio destructo superstites exstiterunt Praepositi, qui votis Regularibus Ord. St. Benedicti adstricti sub ordinaria quidem potestate Abbatis et principis Fuldensis persistebant, ceteroquin vero singularibus privilegiis et concessionibus nec non magna iurisdictione temporali fruebantur. Seriena Praepositorum in Thulba vide in Epitaphi ex adverso posito. Inscriptione huius Epitaphia quod Praepositus Benedictus a Zievel Praedecessori suo Augustino a Bastheim + 1750 et in medio huius chori ad cornu Epistolae sepulto, anno 1763 posuit, tempore et negligentia deleta mentio inscripta est hist. supra legenda anno 1187". Unter dem Inschriftenfeld sitzt als Vergänglichkeitssymbol ein Putto mit einem Totenschädel in der rechten Hand, mit der Linken zeigt er gen Himmel.

Das Epitaph endet oben in einem schwungvollen Aufsatz mit zwei spiegelbildlich S-förmigen Elementen, hinter denen zwei geflügelte Engelsköpfe hervorschauen. Das oben in der Mitte angebrachte Vollwappen des Propstes Augustin von Bastheim (1697-1750) ist seiner Helmzier verlustig gegangen. Sein Wappenschild zeigt in Rot einen von Schwarz und Silber im Doppelwolkenschnitt geteilten Querbalken. Das zugehörige Kleinod wäre zu rot-silbernen Decken ein roter Flug, darauf ein schrägrechter, von Schwarz und Silber im Doppelwolkenschnitt geteilter Balken (Siebmacher Band: ThüA Seite: 29 Tafel: 21).

Auf den Seitenteilen des Epitaphs sind die vier Ahnenwappen angebracht. Durch die Eck-Krümmung stehen rechten Wappen im 90°-Winkel zu den linken Wappen. Alle Wappen werden mit Helm und Helmkrone, aber ohne eigentliches Kleinod dargestellt. Vermutlich gingen diese empfindlichen, freistehenden Elemente verloren und wurden bei der Restaurierung nicht ergänzt. Im einzelnen sehen wir rechts oben eine Wiederholung des Bastheim-Wappens, wie beschrieben; das vorgesehene Schriftband ist leer.

 

Heraldisch links oben ist das Wappen der von Buttlar angebracht, in Rot eine silberne Butte mit goldenen Reifen und zwei Tragbändern links. Die hier verlorengegangene Helmzier wäre zu rot-silbernen Decken ein silbernes Hifthorn (Jagdhorn) mit silbernem Band, das Mundloch oben besteckt mit drei Straußenfedern, einer silbernen zwischen zwei roten. Dieses Wappen ist beschriftet mit "Aemiliana Christina von Buttlar."

Rechts unten ist das Wappen der von Hanstein angebracht, in Silber 3 (2:1) schwarze Mondsicheln, die beiden oberen voneinander abgewandt, die untere gestürzt (eine von mehreren möglichen Darstellungsvarianten). Die hier nicht mehr vorhandene Helmzier wäre zu schwarz-silbernen Decken eine oben mit einem Busch schwarzer Hahnenfedern besteckte silberne Säule (ein silberner Schaft), die (der) in seiner Mitte von zwei auswärts gekehrten schwarzen Mondsicheln beseitet ist (heraldisch rechts zunehmend, heraldisch links abnehmend). Das vorgesehene Schriftband ist leer.

 

Das vierte Wappen schließlich links unten ist dasjenige der von Boineburg, es ist schwarz-silbern geviert; die fehlende Helmzier wäre zu schwarz-silbernen Decken ein schwarz-silbern übereck geteiltes Paar Büffelhörner. Dieses Wappen ist beschriftet mit "Anna Cunigunda von Boinebur(g) zu Gehaus." Das Zievel-Wappen ganz unten (Abb. unten) wird beim Propst Benedikt von Zievel besprochen.

Augustin von Bastheim (1697-1750) hieß mit Geburtsnamen Johann Philipp von Bastheim und war der Sohn von Johann Balthasar von Bastheim (1659-1729) aus der älteren Hauptlinie und dessen Frau, Aemiliana Christiana von Buttlar. Sein Vater war Geheimer Rat in Fulda und Oberamtmann zu Brückenau. Die Großeltern väterlicherseits waren Otto Philipp von und zu Bastheim und Anna Cordula von Hanstein, mütterlicherseits waren das Johann Friedrich von Buttlar und Anna Cunegunda von Boineburg zu Gehaus. Augustin von Bastheim wurde 1725 Kapitular und war vom 11.5.1736 bis 1638 Propst von Sannerz und danach 1738-1750 Propst von Thulba. Sein Wappen ist auch an der Außenfassade der Kirche in Großenlüder angebracht.

 

Dieses Epitaph korrespondiert hinsichtlich aller Ahnenwappen mit einer der drei Grabplatten, die in die südliche Außenwand der Kirche eingelassen sind. Die Platte ist sehr stark abgetreten; alle Inschriften sind verlorengegangen. Das Zentralfeld wird von sechs Wappen umgeben, alle sind als Vollwappen ausgebildet mit Kleinoden. Oben in der Mitte ist das Wappen der von Bastheim für den Probanden (Abb. oben rechts), dann folgt eine 4er-Ahnenprobe wie zuvor beschrieben, bestehend aus den Wappen von Bastheim, von Buttlar (beide in der Abb. unten), von Hanstein und von Boineburg (beide in der letzten Abb. dieses Abschnitts). Trotz geringerer darstellerischer Qualität und schlechterer Erhaltung hat diese Grabplatte gegenüber dem Epitaph den Vorzug, daß die vier Oberwappen der Ahnenprobe noch vorhanden und erkennbar sind.

Das sechste Wappen hat nichts mit der Ahnenprobe zu tun: Ganz unten in der Mitte wird wie schon beim Epitaph im Kircheninneren das Zievel-Wappen dargestellt (Abb. unten) - auch diese Grabplatte wurde ihm von seinem Nachnachfolger im Amt spendiert.

Propst Benedikt von Zievel
Benedikt von Zievel gab beide Epitaphien an den beiden Eckpfeilern rechts und links des Chores in Auftrag, sein eigenes zu Lebzeiten, das für seinen Amtsvorvorgänger gleich mit als symmetrische Entsprechung; letzteres ist unten auch mit dem Zievel-Wappen als seine Stiftung gekennzeichnet (siehe bei der Besprechung dieses Epitaphs weiter oben). Das 1763 entstandene Epitaph an der linken Ecke zum Chor ist für den Propst Benedikt von Zievel (1704-1778). Die Anfertigung zu Lebzeiten bedeutet, daß Benedikt von Zievel 1763 schon sehr genau wußte, daß es für ihn keinen weiteren Wechsel auf eine andere Propstei geben würde: Heinrich von Bibra war erst 1759 Fürstabt geworden, 1763 war er noch strahlende 52 Jahre alt, größere Umwälzungen in der Propsteienbesetzung waren also nicht zu erwarten. Eine lukrativere Propstei war nicht in Sicht. Deshalb konnte man das Geld für das eigene Epitaph schon mal guten Gewissens und relativ risikolos investieren, zumal er bei seinem Vorgänger gesehen hatte, wie wenig der sich um ein anständiges Gedenken an dessen Vorgänger gekümmert hat. Also lieber zu Lebzeiten selber machen. Und der Fürstabt sollte Zievel um 10 Jahre überleben.

   

Die Inschrift des Zentralfeldes ist eine generelle Geschichte der Propstei unter Aufzählung aller Pröpste, auch jenseits der Amtszeit des Verstorbenen, ist also nachträglich angebracht worden, vermutlich bei der Restaurierung 1887. Dort steht auch, daß Benedikt von Zievel dieses Epitaph im Gedanken an seinen Tod bereits zu Lebzeiten im Jahre 1763 dieses Epitaph für sich anfertigen ließ, obwohl er danach noch 15 Jahre im Amt war. Danach werden auch die ihm nachfolgenden Pröpste aufgelistet, bis hin zum allerletzten Propst, der Thulba verlassen mußte und nach Hammelburg zog, wo er am 11.1.1812 im Alter von nur 44 Jahren verstarb. Wortlaut der Inschrift: "Series Praepositorum ab anno 1127 usque ad annum 1802. Antiquissimorum Praepos. nomina reperiri non potuerunt. Primi occurrunt: Erpho 1294-1308. - Conradus 1308-1312. Reinardus Fink de Aldenburg 1330. Succed. Wipoto, quem sequitur Siboldus Wambold usque ad 1365. Serie interrupta occurrit Conradus de monte volgo am Berge 1417. Godefridus de Bienbach 1427. Reinardus e Comitibus de Wilnaw Abbas Fuld. 1446-1476. Bernardus de Sterperids 1488. Johannes II e Comitibus ab Henneberg Abbas Fuldensis. Valentinus de Luder ab anno 1514 sub quo Rusticorum rebellione 1525 virgin. monasterium destructum est. Ordine interrupto occurrit Wolfgangus Schot a Memelsdorf 1572. Serie denuo interrupta occurrit Henricus Raw ab Holzhausen 1590-1601. Reinardus Ludovicus a Dalwigk 1601-1613. Eberhardus Hermannus Schutzpar a Milchling 1613-1625. Otto Henricus de Calenberg 1625-1639, cuius Epitaph. vide in cornu Epistolae. Johannes Michael ab Hochstetten. Magnus a Riedheim 1669-1677. Bonifacius a Ramstein 1677-1687. Benedictus a Rosenbusch 1687-1701. Fridericus de Buttlar 1701-1707. Conradus Mengersen 1707-1710. Mauritius a Westphalen 1710-1721. cuius Epitaph. vide in cornu Evangelii. Franziscus de Calenberg 1721-1732. Bonifazius ab Hutten 1732-1738. Augustinus a Bastheim 1738-1750 cuius Epitaph. vide ex adverso positum. Valentinus a Buseck, condictus Brand, 1750-1760. Benedictus a Zievel 1760-1778 qui memor mortis vivens anno 1763 sibi posuit hoc Epitaph. et + 1778 in medio chori ad cornu Evangelii sepultus iacet Adalbertus ab Harstal 1778-1788 quo anno die 18. Novbr. electus est Episcopus-Abbas et Princeps Fuldensis Ultimus omnium Abbatum et Principum Fuldens. anno 1802 regni dignitate privatus anno 1812 obiit. Benedictus ab Ostheim 1788 1794 Constantinus de Guttenberg 1794-1800. Egil de Reichlin 1800-1802. Praepositorum in Thulba seriem claudit Episcopo-Abbate et Principe Fuldensi anno 1802 regno spoliato et codem anno die 31. Decem. etiam cessante Praepositura Thulbensi secessit Hammelburgum, ubi anno 1812 die 22. Januarii annor. 44 obiit. R. I. P." Unten ist der Restaurierungshinweis zu lesen: "Monumenta Ruinosa huius chori refici curavit Adamus Schmitt ex Sailauf, Parochus 1887" - Pfarrer Adam Schmitt aus Sailauf ließ 1887die kaputten Grabmonumente in diesem Chor wiederherstellen.

 

Oben in der Mitte ist das Vollwappen der von Zievel angebracht. Es zeigt in Rot eine silberne Leistenraute, die mit zwei schräggekreuzten, abgeledigten silbernen Leisten durchflochten ist und oben von einem blauen, dreilätzigen Turnierkragen überdeckt ist. Das Motiv (jetzt ohne den Turnierkragen) ist in der deutschen Heraldik eher selten, aber der englischen Heraldik als "fret" geläufig. Gruber macht sich das einfacher, indem er unter (von Daun gen. Zievel" in Rot ein silbernes Schräggitter abbildet, oben ein dreilätziger blauer Turnierkragen. Rolland bildet unter "Zevell ou Zievel" ein verflochtenes silbernes Schräggitter in rotem Feld mit blauem Turnierkragen ab; Rietstap: "de gueules fretté d'argent au lambel d'azur brochant en chef". Bei Anton Fahne entspricht das Bild eher dem Befund, die Anzahl der Leisten stimmt exakt, allerdings stoßen bei ihm alle Elemente am Rand an. In Thulba wird jedoch an allen Darstellungen der schwebenden Variante ausnahmslos der Vorzug gegeben. Ebenso korrekt wird das Wappen bei Damian Hartard von Hattstein wiedergegeben. Die Entwicklung lief vermutlich so, daß die Ausgangssituation das undefinierte Schräggitter war, dann eine familienzweigtypische Beschränkung auf eine feste Anordnung erfolgte, und schließlich als Modeerscheinung die schwebende Variante entwickelt wurde, weil diese besser mit barocken Kartuschenformen mit unregelmäßigem Rand in Einklang zu bringen war. Als Helmzier wird zu rot-silbernen Decken ein schwarzer, silbern bewehrter Eberkopf geführt (Rietstap: "cimier une hure et col de sanglier de sable").

Das Vollwappen wird von einem runden Baldachin mit gezaddeltem Rand überhöht, von dem herab beiderseits ein Tuch herabfällt. Auf dem und am Dach des Baldachins sind mehrere geflügelte Engelsköpfe angebracht, zwei oben und zwei seitlich; ganz oben schließt ein Kreuz die Komposition ab. Seitlich tragen zwei Postamente jeweils einen Obelisken; unter dem Postament befindet sich jeweils ein Schneckenornament.

 

Die 4er-Ahnenprobe, ursprünglich alle komplett als Vollwappen umgesetzt, wiederholt heraldisch oben rechts das Wappen der von Zievel, einwärts gewendet. Es ist beschriftet mit "Lotharius von Zievel". Das Motiv des Schräggitters, von dem sich die barocke Interpretation ableitet, und die Farben deuten auf eine Ableitung der Familie von Zievel von den Herren von Daun, und beide scheinen eines Ursprungs zu sein. Dieser Zweig nannte sich nach der Burg Zievel bei Euskirchen, und der Turnierkragen wurde als Differenzierungszeichen der Nebenlinie ins Wappen aufgenommen. Im Jahre 1340 erscheinen urkundlich Goswin und Arnold von Zievel; sie machten durch Wegelagerei von sich reden, worauf die Aachener am 23.6.1354 ihre Burg zerstörten. Burg Zievel kam noch im 14. Jh. an die Schmeich von Lissingen, danach an die von Metternich und wechselte noch mehrmals den Besitzer.

Heraldisch rechts unten ist das Wappen "Maria Elisabetha von der Hegder" zugeordnet. Gemeint ist die Familie von der Heyden, sie führt in Silber einen schwarzen Balken, begleitet von 3 (2:1) roten Löwen (Gruber, Siebmacher Band: Lux Seite: 7 Tafel: 6). Nach Gruber ist die Helmzier ein wachsender roter Löwe zu rot-silbernen Helmdecken. Die Helmzier ist hier jedoch verlorengegangen. Die in mehreren Linien existierenden Freiherren von der Heyden gehören zum rheinländisch-luxemburgischen Uradel.

Links oben nennt die Beschriftung "Felicitas von Löwenstein zu Randeck". Diese Familie führte in Schwarz einen gekrönten silbernen Löwen, hier doppelschwänzig, auf dem Helm mit schwarz-silbernen Decken der silberne doppelschwänzige Löwe aufspringend (Gruber: sitzend). Die Helmzier ist hier verlorengegangen.

 

Das vierte Ahnenwappen gehört zu "Agnes Apollonia von Hagen". Das Wappen der von Hagen zur Motten zeigt in Gold einen roten Balken, oben von neun (5:4), unten von sechs (3:2:1) roten, liegenden Schindeln begleitet. Zu rot-goldenen Decken wird als Kleinod ein goldener Flug geführt, jeweils belegt mit einem roten Balken, jeweils oben von neun (5:4), unten von sechs (3:2:1) roten Schindeln begleitet (Gruber, Wolfert Tafel 2, Seite 68, 154). Die Helmzier ist hier verlorengegangen. Diese Familie hatte ihren Stammsitz im saarländischen Lebach, erst im Alten Schloß (abgegangene Höhenburg), dann im Schloß La Motte (nach dem Erlöschen der Familie versteigert und 1882 abgebrochen bis auf das Torhaus).

Die Genealogie findet sich bei Damian Hartard von Hattstein: Benedikt von Zievel wurde als Johann Friedrich von Zievel geboren; den Namen Benedikt nahm er als Mönchsnamen an, naheliegend bei dem Orden. Er war der Sohn von Lothar von Zievel und Agnes Apollonia Elisabetha von Hagen zur Motten. Die Großeltern väterlicherseits waren Bertram von Zievel und Maria Elisabetha von der Heyden, mütterlicherseits Johann Heinrich von Hagen zur Motten und Juliana Felicitas von Löwenstein zu Randeck. Die 8 Urgroßeltern sind Johann Adam von Zievel, Anna Catharina Braun von Schmidtburg, Hermann von der Heyden, Anna Catharina von der Heyden, Johann Adam von Hagen zur Motten, Anna Ursula Ulner von Dieburg, Hans Wolfgang von Löwenstein zu Randeck und Anna Agnes Mosbach von Lindenfels.

Dabei fällt auf, daß die beiden Eltern und dir beiden Großmütter am Epitaph genannt werden, nicht die vier Großeltern. Ferner ist die Anordnung unlogisch: Eigentlich würden wir rechts oben von Zievel, links oben von Hagen zur Motten, rechts unten von der Heyden und links unten von Löwenstein erwarten. Statt dessen wurden die Wappen Löwenstein und Hagen zur Motten vertauscht, so daß die gegebene Anordnung nicht der genealogischen Position entspricht.

 

Für den gleichen Propst, Benedikt von Zievel, gibt es eine passende Grabplatte, die an der Südwand der Kirche eingelassen ist. Im Zentrum ist das Vollwappen der von Zievel zu sehen, umgeben von vier Vollwappen der Ahnenprobe, die jedoch ziemlich abgetreten sind.

Hier ist wieder eine andere Anordnung als am Epitaph zu sehen, und auch diese entspricht nicht der genealogischen Logik: Die in der elterlichen Wappen auftretenden Wappen, also die für die beiden Großväter, stehen unten, die beiden erst in der großelterlichen Generation hinzukommenden Wappen, also die für die Großmütter, stehen oben auf den "besseren" Positionen.

Die Beschriftung der einzelnen Wappen ist noch ansatzweise zu erkennen; besser erhalten ist alles im Inneren der Kirche. Ein weiteres Wappen des Propstes Benedikt von Zievel ist an der Grabplatte für Augustin von Bastheim daneben angebracht, weil er auch diese anfertigen ließ, genau wie das Epitaph.

 

Für den gleichen Propst gibt es noch eine weitere Wappendarstellung im Außenbereich, nämlich an der viereckigen Schaftbasis des barocken Bildstocks rechts vor dem Kircheneingang, schräg gegenüber dem großen Gekreuzigten. Über dem Kapitell ist rückwärtig eine Kreuzigungsszene auf der bekrönenden Bildtafel reliefiert. Die Vorderseite trägt das Schildbild des Propstes in einer gekrönten Ovalkartusche mit Zierformen am Rand. Auf der Rückseite ist der Bildstock auf "Anno MDCCLXIIII" datiert, 1764.

Benedikt von Zievel (1704-1778) wurde 1739 Mitglied des Fuldaer Stiftskapitels. 10.9.1755-1759 war er Propst Holzkirchen, dann wechselte er am 15.2.1759 auf die Propstei Sannerz, wo er bis 1760 blieb. Seine dritte Stelle als Propst war dann Thulba, wo er 1760-1778 amtierte.

 

Ein nächstes Wappen dieses Propstes ist ein Stuck weiter die Straße herunter zu finden am historischen Gasthaus (Propstei 2). Genau wie die Propstei Blankenau besaß auch die Propstei Thulba ein eigenes Wirtshaus, die ehemalige Klosterschenke, die zu den Wirtschaftsgebäuden des Klosters gerechnet wurde und auch dort erbaut war. Davon ist aber nur noch wenig vorhanden, denn der heute dort befindliche Bau wurde ausweislich der Tauinschrift 1857 von dem Ökonomen Johann Adam Neder erbaut. Heute ist das zweistöckige Gebäude mit Krüppelwalmdach in Privatbesitz. Über einem verbretterten Eingang mit Sandsteingewände an der nördlichen Schmalseite ist auf dessen Sturz die Kartusche mit dem Wappen der von Zievel angebracht, darüber die von der Laubkrone unterbrochene Datierung auf das Jahr 1763. Darüber trägt die Inschrift "BeneDICtVs De ZIeVeL ConDItor" = "Benedikt von Zievel (war der) Gründer" ein Chronogramm, denn D + I + C + V + D + I + V + L + C + D + I = 500 + 1 + 100 + 5 + 500 + 1 + 5 + 50 + 100 + 500 + 1 = 1763.

Somit gibt es im ganzen Propstei-Ensemble 8 x das Wappen der Familie von Zievel, 2 x am eigenen Epitaph, 1 x am zweiten Epitaph als Stifter, 2 x auf der eigenen Grabplatte, 1 x auf der fremden Grabplatte als Stifter, 1 x am Bildstock und 1 x an der ehem. Wirtschaft.

Propst Adalbert von Harstall
Die spätesten pröpstlichen Wappen sind an den äußeren Langhauswänden angebracht, im Norden wie im Süden. Sie gehören zu Adalbert (Adalbertus) von Harstall (18.3.1737-8.10.1714), Sohn von Hartmann Ernst von Harstall und Amalia Rosina Sophia Theresia von Redwitz. Die Familie war im Werratal zwischen Eisenach und Mühlhausen ansässig und besaß mehrere kleine Schlösser (Rotes Schloß, Graues Schloß, Weißes Schloß) in Mihla (Wartburgkreis) und Besitzungen  in Wernershausen, Katharinenberg, Berteroda und Treffurt; sein Vater war Geheimer Rat in Sachsen-Weimar-Eisenach. Der in Treffurt an der mittleren Werra geborene Sohn hieß mit Taufnahmen Wilhelm Adolph Heinrich von Harstall, entsprechend seinen beiden Taufpaten, dem Herzog Wilhelm Heinrich von Sachsen-Weimar-Eisenach und dem Fuldaer Fürstabt Adolph von Dalberg. Aus dieser Familie gibt es noch einen anderen Fuldaer Kleriker, Wilhelm von Harstall, Propst in Zella. Wilhelm Adolph Heinrich von Harstall teilte das Schicksal vieler nachgeborener Söhne, als sechstes Kind war ihm die kirchliche Laufbahn vorgegeben. 1758 trat er nach dem Studium in Würzburg ins Benediktinerstift Fulda ein, mit 21 Jahren. Ein Jahr später legte er die Profeß ab und änderte als Mönch seinen Namen in Adalbert, und wiederum ist das eine Hommage an den regierenden Fürstbischof, Adalbert von Walderdorff. Fürstbischof Heinrich von Bibra spendete ihm am 19.9.1761 die Priesterweihe. Nach 12 unauffälligen Jahren stieg er 1773 in den inneren Führungszirkel des Stifts auf und wurde Kapitelmitglied. Nachdem er als Präsident von Vizedomamt, Oberrat und Polizei sowie als Superior des Fuldaer Konvents gewirkt hatte, kam er an seine erste Propstei, Thulba. Weil sein Vorgänger, Benedikt von Zievel (1704-1778), aufgrund einer Erkrankung dienstunfähig war, wurde Adalbert von Harstall zunächst 1777 Administrator von Thulba, dann übernahm er das Filialkloster als Propst ein Jahr später.

Dieser Propst ließ 1781-1783 die beiden Außenwände des Langhauses und den Giebel über dem Hauptportal der Kirche erneuern. Sein Wappen, hier farblich völlig erratisch angestrichen, zeigt eigentlich in Rot einen silbernen Adlerflug, zwischen beiden Flügeln ein mit der Spitze nach oben gerichtetes silbernes Schwert mit goldenem Griff und ebensolcher Parierstange, auf dem Helm mit rot-silbernen Decken ein Adlerflug, rechts silbern-rot und links rot-silbern geteilt, die abschließenden Federn oben mit einem grünen Lorbeerkranz verbunden, zwischen den beiden Flügeln ein mit der Spitze nach oben gerichtetes silbernes Schwert mit goldenem Griff und ebensolcher Parierstange. Das Wappen an der nördlichen Langhauswand ist auf 1783 datiert (Abb. oben), das an der südlichen auf 1781 (Abb. unten). Das Amt als Propst von Thulba übte Adalbert von Harstall ein Jahrzehnt aus, bis er am 18.11.1788 vom Kapitel zum Fürstbischof gewählt wurde. In Thulba folgte ihm Benedikt von Ostheim als Propst nach. Die Wahl war nur dadurch möglich, weil er eben jenem Benedikt von Ostheim, der bei den Vorwahlen zum Fürstbischof Kopf an Kopf mit ihm lag, diese Pfründe und seine beiden Stimmen bei der nächsten Dekanatswahl versprochen hatte.

Von der gleichen Person gibt es aus seiner späteren Zeit als Fuldaer Fürstbischof mehrere Wappenfundstellen, mit Oberwappen in Hammelburg an Schloß Saaleck, im Lapidarium im ehem. Päpstlichen Seminar, heute Vonderau-Museum Fulda, und ohne Helme und Kleinode in Fulda an der Domsingschule, am ehem. Waisenhaus, Löherstraße 17, und im Stadtschloß im Fürstensaal am Bilderrahmen mit seinem Portrait.

Die Propstei Thulba nach der Säkularisation
1802 fiel die Propstei Thulba mit der Säkularisation an den Staat. Aegil Reichlin von Meldegg war der letzte Propst; er verließ mit 80 Bediensteten Thulba. Der bayerische Staat bekam die eine Hälfte der Propstei als Pfarrhaus (südwestlicher Teil, ab 1854 Wohnsitz der Pfarrer); die andere, nordöstliche Hälfte ist im Eigentum der politischen Gemeinde; diese Gebäudehälfte nahm in der Mitte des 19. Jh. die Volksschule der Gemeinde auf. Eine Innen- und Außensanierung des Propsteischlosses fand 1994/1995 statt. Das Treppengiebelhaus diente als Gesindewohnung, zeitweise sogar als Brauhaus. Heute nutzt die Gemeinde das Haus. Bis 1816 gehörte die Kirche zum Bistum Fulda. Beinahe wäre die Kirche Ende des 19. Jh. zugunsten eines Neubaus abgerissen worden, das konnte zum Glück durch Pfarrer Adam Schmitt verhindert werden, der als der Retter der Kirche gilt und sie umfassend renovierte. Weitere Renovierungen der Kirche 1955-1966 und 1993-1994 folgten.

Die alte, ortsbildprägende Klostermauer ist noch weitgehend erhalten, auch wenn ein Stück wegen eines nächtlichen Teileinsturzes am 16.12.2016, der durch dichten Efeubewuchs verursacht worden war, neu aufgemauert werden mußte. Die anderen Klostergebäude dienten seit ihrer Aufgabe als Steinbruch. Wo früher jedoch die Wirtschaftsgebäude des Klosters lagen, sind längst Privathäuser entstanden, und auch der noch im 19. Jh. bestehende Garten mit Terrassen und Karpfenteich südlich von Kirche und Klosterresten ist längst in Privatgärten umgewandelt worden.

Es gibt noch ein paar moderne Wappen im inneren der Kirche: Auf dem über dem Zelebrationsaltar angebrachten Radleuchter sind die Gemeindewappen von Thulba, Reith, Frankenbrunn und Hetzlos, außerdem die Wappen des Würzburger Weihbischofs Helmut Bauer (18.3.1933-, seit 1988 Titularbischof von Velefi), des Würzburger Bischofs Paul-Werner Scheele (6.4.1928-10.5.2019, amtierte 1979-2003), der Diözese Würzburg und auch von Papst Johannes Paul II. angebracht.

Fuldaer Kapitularen als Pröpste der Propstei Thulba
Liste der Pröpste mit Lebensdaten und Amtszeiten, soweit bekannt, unter Hervorhebung der mit Wappen vertretenen und hier abgebildeten Pröpste und der mit Wappen vertretenen Pröpste ohne Abbildung in diesem Kapitel:
Reinhard von Weilnau (1424-1476), amtierte 1472-1476, davor Fürstabt von Fulda
Johann von Henneberg, amtierte 1476-1513
Adolf von Biedenfeld, amtierte 1513-1514
Valentin von Lüder, amtierte 1514-1525
Wolfgang Dietrich (Theoderich) von Eusigheim/Uissigheim (ca. 1490-29.4.1558), amtierte um 1541, 1550, ab 1550 Fürstabt, dann gleichzeitig Propst von Johannesberg, Petersberg, Frauenberg, zuvor Propst von Holzkirchen
Johann Wolfgang Schott von Memmelsdorf, amtierte um 1566
Wilhelm Hartmann von Klaur (Klauer) zu Wohra  (ca. 1530-22.1.1570), amtierte 1561-1567, später Fürstabt und Propst von Johannesberg
Heinrich Rau von Holzhausen, amtierte um 1572, 1590
Reinhard Ludwig von Dallwig (Dalwigk, 1567-8.12.1622), amtierte 1601-1613, gleichzeitig mit Holzkirchen, Fürstabt 1606-1622, zeitweise auch Propst von Johannesberg, vom Michaelsberg und von Blankenau
Eberhard Hermann Schutzbar gen. Milchling, amtierte 1613-1625
Otto Heinrich von Calenberg (-15.3.1639), amtierte 1625-1639
Johann Michael von Hochstetten, amtierte 1651-1667
Magnus von Riedheim, amtierte 1669-1677
Bonifaz von Ramstein (-7.3.1687), amtierte 1677-1687
Benedikt von Rosenbusch, amtierte 1687-1701, davor in Blankenau, danach in Johannesberg und schließlich Andreasberg
Friedrich von Buttlar, amtierte 1701-1707, davor in Holzkirchen, danach in Johannesberg bei Fulda
Conrad von Mengersen (6.5.1677-18.8.1753), amtierte 1707-1710, danach in Holzkirchen und danach Johannesberg
Mauritius von Westphalen, amtierte 1710-1721, davor in Holzkirchen
Franz von Calenberg, amtierte 1721-1732, danach in Blankenau
Bonifatius von Hutten zu Stolzenberg (1684-1739), amtierte 1732-1738, davor in Holzkirchen, danach Petersberg
Augustin von Bastheim (1697-1750), amtierte 1738-1750, davor in Sannerz
Vinzenz (Vincentius) von Buseck genannt Brand/Brandt (17.6.1701-25.7.1765), amtierte 1750-1760, davor in Sannerz, danach in Johannesberg bei Fulda
Benedikt von Zievel (1704-1778), amtierte 1760-1778, davor in Holzkirchen und Sannerz
Adalbert (Adalbertus) von Harstall (18.3.1737-8.10.1714), Administrator 1777-1778, amtierte als Propst 1778-1788, danach Fürstbischof
Benedikt von Ostheim (4.1.1745-), aufgeschworen 5.6.1766, Kapitular 30.12.1776, amtierte 1788-1794, danach St. Andreas
Constantin Frhr. von Guttenberg (29.3.1753-), aufgeschworen 5.6.1776, Kapitular 12.3.1781, amtierte 1794-1801
Aegil Reichlin von Meldegg, amtierte 1801-1802, letzter Propst

Literatur, Links und Quellen:
Position in Google Maps: https://www.google.de/maps/dir///@50.1792027,9.9194895,19z - https://www.google.de/maps/dir///@50.1791606,9.9196449,100m/data=!3m1!1e3
Kloster Thulba bei Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Thulba
Thulba bei Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Thulba_(Oberthulba)
Propsteiamt Thulba: https://de.wikipedia.org/wiki/Propsteiamt_Thulba
Kirche St. Lambertus in Thulba: https://de.wikipedia.org/wiki/St._Lambertus_(Thulba)
Joannis Friderici Schannat Corpus traditionum fuldensium: https://fuldig.hs-fulda.de/viewer/!toc/PPN23035534X/401/-/
Pfarreiengemeinschaft St. Michael im Thulbatal:
https://pg-thulbatal.de/
Youtube-Kanal des Pfarrers:
https://www.youtube.com/channel/UCS3YuQhycbttKJqIz61mvsQ
Geschichte des Ortes Thulba auf den Gemeindeseiten:
https://www.oberthulba.de/home/allgemeines/historie/1823.Auszug-aus-der-Geschichte-unseres-Gemeindeteiles-Thulba.html
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Sebastian Zwies (Hrsg.): Das Kloster Fulda und seine Urkunden: Moderne archivische Erschließung und ihre Perspektiven für die historische Forschung, Herder Verlag, Freiburg, 2014, ISBN 978-3-451-30695-2, S. 108-109, https://books.google.de/books?id=okweDQAAQBAJ
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Werner Martin: Eigentümlicher vierkantiger Turm, Artikel in der Mainpost vom 14.6.2016
https://www.mainpost.de/regional/bad-kissingen/Eigentuemlicher-vierkantiger-Turm;art433648,9256079
Feier fünf Jahre vor dem großen Jubiläum, Artikel in der Mainpost vom21.6.2011 https://www.mainpost.de/regional/bad-kissingen/Feier-fuenf-Jahre-vor-dem-grossen-Jubilaeum;art770,6203260
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Otto Gruber: Wappen des mittelrheinisch-moselländischen Adels, Trier 1962-1965, incl. Nachtrag Trier 1967, ebenfalls veröffentlicht in verschiedenen Jahrgängen der "landeskundlichen Vierteljahresblätter"
Alfred F. Wolfert, Aschaffenburger Wappenbuch, Veröffentlichung des Geschichts- und Kunstvereins Aschaffenburg e. V., Aschaffenburg 1983
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Genealogie Augustin von Bastheim: Damian Hartard von Hattstein: Die Hoheit Des Teutschen Reichs-Adels, S. 214
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Schloß Reckenberg auf Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Reckenberg
Familie von Hoerde auf Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Hoerde_(Adelsgeschlecht)
Familie von Fürstenberg auf Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Fürstenberg_(westfälisches_Adelsgeschlecht)
Familie von Wettberg auf Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Wettberg_(Adelsgeschlecht)
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Max von Spießen (Hrsg.): Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Zeichnungen von Professor Ad. M. Hildebrandt, 1. Band, Görlitz 1901 - 1903.
Otto Hupp, Münchener Kalender 1932, 1919
Aufschwörung von Helena Rehemunda von Westphalen:
https://www.archive.nrw.de/LAV_NRW/jsp/findbuch.jsp;jsessionid=2822DA2A992BF8ADD6A2106309980E2C?archivNr=1&id=21044&klassId=180&=1
Herrn Robert Krätschmar ein herzliches Dankeschön für das Aufspüren der Ahnenprobe für Helena Rehemunda (Richmodis, Raimunda) von Westphalen
Genealogie der von Ramstein in: Kindler von Knobloch, Julius (Bearb.) / Badische Historische Kommission (Hrsg.), Heidelberg, 1898, Oberbadisches Geschlechterbuch: Band 3
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kindlervonknobloch1919bd3/0323
Artikel zu den vom Ramstein im Historischen Lexikon der Schweiz:
https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/019604/2010-07-27/
Familie von Padberg auf Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Padberg_(Adelsgeschlecht) - Padberger Fehde: https://de.wikipedia.org/wiki/Padberger_Fehde
Familie von Oeynhausen auf Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Oeynhausen_(Adelsgeschlecht)
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