Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 2487
Burghaun (Landkreis Fulda)

katholisches Pfarramt in Burghaun

Im Süden der katholischen Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt liegt das zugehörige Pfarrhaus (Marktplatz 8). Es handelt sich um einen breitgelagerten, zweistöckigen, barocken Bau mit Walmdach. Die Front besitzt sieben Achsen. Beide Geschosse werden durch ein schmales Gesims voneinander abgesetzt. Das mittig angeordnete Portal mit Segmentbogengiebel wird über eine breite Freitreppe erreicht. Der trapezförmige Schlußstein des rechteckigen Portals trägt die Inschrift "ADOLPHVS FAVENTE DEI GRATIA PRINCEPS ET ABBAS FVLDENSIS EREXIT"- Adolf, von Gottes Gnaden Fürst und Abt von Fulda, hat (diesen Bau) begünstigend errichtet. Dieser Text kann zugleich als Chronogramm gelesen werden, denn D + L + V + V + D + I + I + I + C + V + L + D + I + X + I = 500 + 50 + 5 + 5 + 500 + 1 + 1 + 1 + 100 + 5 + 50 + 500 + 1 + 10 + 1 = 1730.

Das Gebäude, das auch heute noch das katholische Pfarramt beherbergt, wurde 1728-1730 als Pfarr- und Schulhaus für die neu gegründete katholische Gemeinde errichtet. Bis 1926 befand sich hier noch die Schule. Seitlich ist an der südlichen Schmalseite ein einstöckiger Erweiterungsbau von zwei zusätzlichen Achsen Breite angesetzt. Das historische Gebäude wurde kürzlich vom Architekturbüro Carsten Trapp & Stefan Wagner in Hünfeld/Mackenzell saniert.

Bauherr ist der Vollender der Ausstattung der Pfarrkirche Burghaun, Fürstabt Anton Adolf von Dalberg (regierte 1726-1737), dessen Wappen auch mehrfach an und in der katholischen und auch der wenig später, aber nicht von ihm errichteten evangelischen Pfarrkirche zu sehen ist. Nach dem Kirchenbau vollendete er das geistliche Ensemble durch dieses Gebäude, um die katholische Gemeinde baulich repräsentativ in den zuvor evangelisch geprägten Ort zu implementieren. Sein Wappen ist geviert mit Herzschild, Feld 1 und 4: unter einem goldenen Schildhaupt, in das drei blaue Spitzen aufwärtssteigen, in Blau 6 (3:2:1) silberne Lilien (Stammwappen der Kämmerer von Worms), Feld 2 und 3: in Gold ein schwarzes Ankerkreuz (Stammwappen der von Dalberg), Herzschild: in Silber ein schwarzes durchgehendes Kreuz (Fürstabtei Fulda). Dazu werden fünf Helme geführt, Helm 1 (Mitte): auf dem gekrönten Helm mit schwarz-silbernen Decken ein stehendes, schwarzes Kreuz (Hochstift Fulda), Helm 2 (innen rechts): auf dem Helm mit schwarz-silbernen Decken auf einem Kissen eine Bischofsmütze, aus der zwei Fähnchen herausragen (Fürstabtei Fulda), Helm 3 (innen links): auf dem Helm auf einem roten Kissen ein Fürstenhut, mit goldenen Bügeln, rot gefüttert und hermelingestulpt, Helm 4 (außen rechts): auf dem gekrönten Helm mit blau-goldenen Decken) ein Flug, unter einem goldenen Haupt, in das drei Spitzen aufwärtssteigen, in Blau 6 (3:2:1) silberne Lilien (Kämmerer von Worms), Helm 5 (außen links): auf dem gekrönten Helm mit schwarz-goldenen Decken ein goldener Flug, beiderseits belegt mit jeweils einem schwarzen Ankerkreuz (von Dalberg). Ganz außen erkennt man heraldisch links das gestürzte Schwert und rechts den Krummstab.

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Literatur, Links und Quellen:
Lokalisierung auf google maps: https://www.google.de/maps/@50.6972029,9.728046,18.75z - https://www.google.de/maps/@50.6971376,9.7279569,136m/data=!3m1!1e3
Pfarrei:
https://www.pfarrei-deutschland.de/parish.php?sv%5BpariCode%5D=AECUSQMB
Pfarrei:
http://geo.viaregia.org/testbed/index.pl?rm=obj&objid=17101
Architekturbüro Trapp & Wagner:
http://www.trapp-wagner.de/denkmal-pfarrhaus-burghaun/
Siebmachers Wappenbücher, insbesondere Band Bistümer und Klöster
Die Wappen der Hochstifte, Bistümer und Diözesanbischöfe im Heiligen Römischen Reich 1648-1803, hrsg. von Erwin Gatz, von Clemens Brodkorb, Reinhard Heydenreuter und Heribert Staufer, Schnell & Steiner Verlag 2007, ISBN 978-3-7954-1637-9
Adolph von Dalberg:
https://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_von_Dalberg
Stefan Alles (bearbeitet von Simon-A. Göllner): Adolph von Dalberg, in den Hessischen Biographien
http://www.lagis-hessen.de/pnd/11887862X
Josef Leinweber: Die Fuldaer Äbte und Bischöfe, Festgabe des Bistums Fulda für Bischof Eduard Schick zum Diamantenen Priesterjubiläum, Frankfurt am Main 1989
Adolph Freiherr von Dalberg
http://www.adolphiana.de/index.php?id=510

Die Wappen der Fürstäbte und Fürstbischöfe von Fulda - Teil (1) - Teil (2) - Teil (3)

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