Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 1320
Freiburg (Breisgau)

Das Hotel Oberkirch in Freiburg

In der Schusterstraße 11a findet sich an der Außenwand des Hotels Oberkirch ein historischer Wappenstein von Interesse. Hier lagen früher die Stallungen des Sickingen-Palais, zwar jenseits der Straße und ohne direkten baulichen Zusammenhang mit dem großen Sickingen-Anwesen zwischen Salzstraße und Schusterstraße, dennoch diesem Gesamtkomplex zuzurechnen. Die Familie hatte hierzu die ehemaligen Häuser "Zum Tagstern" und "Zum hinteren Kanten" erworben. Johann Ferdinand Sebastian Meinrad Freiherr v. Sickingen zu Hohenburg (21.1.1715 - 23.11.1772) ließ 1753 durch den Maurermeister Joseph Hirschbühl gegenüber seinem Palast ein neues Stallgebäude erbauen, dabei wurde der ältere Wappenstein mit dem Ehewappen seiner Großeltern bewahrt und in die Fassade eingefügt.

Der Besitzer dieses Wappensteines war Franz Ferdinand Freiherr v. Sickingen zu Hohenburg (20.10.1638 - 12.10.1687), Sohn von Friedrich Franz Freiherr v. Sickingen zu Hohenburg (6.1.1606 - 8.3.1659) und Maria Esther v. Ostein (- 7.5.1690). Er hatte Anna Maria Franziska Katharina Kämmerer v. Worms gen. v. Dalberg (1645/1648 - 19.1.1697) geheiratet (Heiratsbrief vom 4.12.1666). Beide waren die Eltern von Ferdinand Hartmann Reichsfreiherr v. Sickingen zu Hohenburg (1673 - 29.8.1743), der Maria Elisabeth Margareta Sidonia Gräfin v. Pappenheim (17.9.1680 - 20.4.1734) geheiratet hatte; dieses Paar ist auf der gegenüberliegenden Straßenseite mit einem Wappenstein verewigt (siehe Sickingen-Palais). Und sie sind die Großeltern des Erbauers des Schlosses von Ebnet und des Sickingen-Palais in der Salzstraße, Johann Ferdinand Sebastian Meinrad Freiherr v. Sickingen zu Hohenburg (21.1.1715 - 23.11.1772).

Das Wappen der Freiherren von Sickingen zeigt in Schwarz fünf (2:1:2) silberne Kugeln (hier ohne sichtbare Bordierung des Schildes). Das Wappen der Kämmerer von Worms, genannt von Dalberg ist geviert. Feld 1 und 4: unter einem mit drei Spitzen abgeteilten goldenen Schildhaupt in Blau 6 (3:2:1) silberne Lilien (Kämmerer von Worms), Feld 2 und 3: in Gold ein schwarzes Ankerkreuz (Dalberg). Über beiden unten von Palmzweigen eingefaßten barocken Schilden ruht eine Krone.

Literatur, Links und Quellen:
Siebmachers Wappenbücher
Rosemarie Beck, Helmut Hartwig, Vom Adler zum Kreuz, Wappen in Freiburg erzählen Geschichte, 1993, Rombach Verlag Freiburg, ISBN 3-7930-0676-X.
Peter Kalchthaler, Freiburg und seine Bauten, ein kunsthistorischer Stadtrundgang, Prom Verlag GmbH Freiburg, 2006, ISBN 978-3-923288-45-8.
Genealogien:
Prof. Herbert Stoyan, Adel-digital, WW-Person auf CD, 10. Auflage 2007, Degener Verlag ISBN 978-3-7686-2515-9
Hotel Oberkirch:
http://www.hotel-oberkirch.de/ - Geschichte: http://www.hotel-oberkirch.de/index.html?inhalt=568
Werner Korn: Das Sickingen-Palais zu Freiburg i. Br., in: Nachrichtenblatt der Denkmalpflege in Baden-Württemberg, Jahrgang 8, April-Juni 1965, Heft 2, S. 30-45.
Heiner Gierich: Der Wiederaufbau des Sickingen-Palais in Freiburg i. Br. 1962-1965, in: Nachrichtenblatt der Denkmalpflege in Baden-Württemberg, Jahrgang 8, April-Juni 1965, Heft 2, S. 46-55.

Ortsregister - Namensregister
Zurück zur Übersicht Heraldik

Home

© Copyright / Urheberrecht Text, Graphik und Photos: Bernhard Peter 2010
Impressum