Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 889
Bamberg (Oberfranken)

Truchsessenhof (Truchseßhöflein)

Der Truchsessenhof bzw. das Truchseßhöflein ist ein ehemaliger Adelshof in der Domstraße 13. Der zweigeschossige Satteldachbau mit geohrten Fensterrahmungen entstand wohl um 1558. Heraldisch am interessantesten ist das Torhaus, das weit nach links abgesetzt im stumpfen Winkel an den Madlershof (Domstraße 11) anstößt. Rechts der rundbogig mehrfach profilierten Tordurchfahrt ist ein Wappenstein von 1589 eingemauert.

Dieses Wappen gehört zu Christoffel Truchsess von und zu Pommersfelden und seiner Ehefrau Elisabeth Truchsessin von und zu Pommersfelden, geborene von Rabenstein. Das Wappen der Truchsessen von Pommersfelden zeigt in Silber einen blauen Löwe, golden gekrönt, belegt mit zwei roten Balken, hier gewendet. Helmzier ein blauer Löwe wachsend, golden gekrönt, belegt mit zwei roten Balken (hier nur einer). Helmdecken blau-silbern.

Die Herren von Rabenstein führen in Gold einen schwarzen Raben, auf einem grünen (hier) oder schwarzen Dreiberg stehend. Der heraldisch stilisierte Dreiberg wurde in späterer Zeit auch durch einen natürlichen Felsen ersetzt. Die Helmzier der Rabensteiner ist der schwarze Rabe, später auch auf einem Nest mit Jungen stehend. Helmdecken schwarz-golden.

Blick auf das gesamte Ensemble in der Domstraße, von links nach rechts die Wappen Redwitz und Jahrsdorf am ockergelben Haus (Domstraße 11, siehe Kapitel Madlershof), Truchsess von Pommersfelden und Rabenstein am beigen Torbau (Domstraße 13).

An der langen Mauer, die das Anwesen zur Domstraße hin begrenzt und die von der Kurie bis zum Torbau führt, befindet sich über einer kleinen Pforte dieser auf 1754 datierte Wappenstein. Die unter einer Laubkrone zusammengestellten Kartuschen zeigen rechts das gewendete Wappen der von Bibra (in Gold ein schwarzer Biber mit geschupptem Schwanz) und links das Wappen der von Eyb (in Silber drei (2:1) rote Pilgermuscheln). Die gleiche Wappenkombination begegnet uns am Bibra-Palais.

Die Wappenkombination steht für Heinrich Karl Freiherr von Bibra (1666-11.1.1734), Regimentschef des Fränkischen Kreis-Dragonerregiments und Generalfeldmarschalleutnant, Amtshauptmann und Festungskommandant der Festung Forchheim, und seine Ehefrau, Maria Johanna Theresia von Eyb (1684-1771). Aufgrund der Jahreszahl ist zu vermuten, daß Maria Johanna Theresia diesen Adelshof als Witwensitz bewohnt hat, während das Stadtpalais der Familie von der nächsten Generation genutzt wurde. Sie war übrigens die Nichte von Johann Martin von Eyb, Fürstbischof von Eichstätt. Und ihr Sohn, Heinrich von Bibra, wurde Fürstbischof von Fulda.

Literatur und Quellen:
Lokalisierung auf Google Maps:
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Eugen Schöler, Fränkische Wappen erzählen Geschichte und Geschichten. Verlag Degener 1992.
Eugen Schöler, Historische Familienwappen in Franken, Verlag Degener 3. Aufl. 1999
Aschaffenburger Wappenbuch.
Siebmachers Wappenbücher.
Anton P. Rahrbach, Reichsritter in Mainfranken. Zu Wappen und Geschichte fränkischer Adelsfamilien. Bauer & Raspe Verlag - Die Siebmacherschen Wappenbücher, die Familienwappen deutscher Landschaften und Regionen, Band 2, 2003, ISBN 3-87947-113-4
Heinrich Karl Freiherr von Bibra:
https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Karl_von_Bibra

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