Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 1124
Bamberg (Oberfranken)

Curia Sancti Blasii, Domstraße 2/2a

Wenn man vor der Rückseite der Alten Hofhaltung steht, befindet sich schräg gegenüber ein Eckhaus mit Fachwerkgiebel zu dem kleinen Platz hin, den die Domstraße hier bildet. Das ist die Curia Sancti Blasii (Domstraße 2). Das Hauptgebäude ist dieses ehemaligen Domherrenhofes vom Anfang des 16. Jh. ist zweigeschossig und besitzt ein Schopfwalmdach. Im massiven Erdgeschoß befinden sich ein großes Rundbogenportal und eine kleinere Personenpforte mit Spitzbogengewände. Hinter diesen Gebäuden befindet sich ein großer, durch die angrenzende Mauer vor Einblicken geschützter Garten.

Am Seitenflügel (Domstraße 2a) links neben den beiden Portalen befindet sich ein Wappenstein der Herren von Rabenstein. Sie führen in Gold einen schwarzen Raben, auf einem grünen oder schwarzen Dreiberg stehend. Der heraldisch stilisierte Dreiberg wurde in späterer Zeit auch durch einen natürlichen Felsen ersetzt. Die Helmzier der Rabensteiner ist der schwarze Rabe, später auch auf einem Nest mit Jungen stehend. Helmdecken schwarz-golden. Das Wappen der in der Fränkischen Schweiz beheimateten Familie wird beschrieben im Siebmacher Band: ThüA Seite: 104 Tafel: 82, im Rahrbach S. 176-177, im Schöler S. 84, T. 65. Historische Darstellungen sind im Berliner Wappenbuch zu finden, im Wappenbuch St. Gallen, im Wernigeroder Wappenbuch, im Miltenberger Wappenbuch (767) und im Armorial de Nicolas de Lutzelbourg (730 und 1317). Der Stammsitz der Familie ist die Burg Rabenstein, Kreis Pegnitz. Eine ebenfalls der Familie gehörende Turmhügelburg in Adlitz wurde während der Hussitenkriege zerstört. Hier ist der Helm völlig offen dargestellt; die Bügel sind vermutlich verloren gegangen. Der Rabe ist in unüblicher Stellung 90° gegenüber der Blickrichtung des Helmes verdreht. Die Helmdecke ist minimalistisch, der künstlerische Gesamteindruck ebenfalls.

Der Wappenstein ist im zentralen Feld auf das Jahr 1503 datiert. Die Inschrift auf dem oberen Rand ist kaum noch leserlich, sie weist das Wappen dem Domherren und Domcantor Eberhard von Rabenstein (-6.2.1505) zu, den Sohn von Johann von Rabenstein. Er wurde 1471 ins Bamberger Domkapitel aufgenommen. Für diesen Domherren gibt es eine metallene Gedenkplatte mit figürlicher Darstellung des Verstorbenen in der Nagelkapelle (Westwand, 27. Denkmal von Norden), in der er auch bestattet wurde. Die in Metall gravierte Darstellung seines Wappens ist weitaus bessere künstlerische Qualität als hier außen an seinem Domherrnhof. Diese Platte trägt die Ahnenwappen Rabenstein und Streitberg heraldisch rechts und Mistelbach und Kuedorf heraldisch links. Eberhard von Rabenstein hatte mehrere Pfründen inne, so war er nicht nur in Bamberg Domherr, sondern auch in Naumburg, Augsburg, Brixen und Eichstätt. In Brixen war er auch noch Domkustos. In Straßburg war er Domvikar. Für den Bamberger Fürstbischof und für den Kaiser war er diplomatisch tätig. In Waischenfeld, nahe seinen Heimatbesitzungen, stiftete er ein Spital.

Literatur, Links und Quellen:
Lokalisierung auf Google Maps: https://www.google.de/maps/@49.8910288,10.8809677,20.17z - https://www.google.de/maps/@49.8910288,10.8809677,62m/data=!3m1!1e3
Liste der Baudenkmäler:
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Baudenkm%C3%A4ler_in_Bamberg/Domberg
Platte in der Nagelkapelle: DIO 5, Die Inschriften der Nagelkapelle am Bamberger Dom, Nr. 10 (Julia Karg, Christine Steininger, Ramona Baltolu, Tanja Kohwagner-Nikolai.), in:
www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-dio005m001k0001000 - http://www.inschriften.net/bamberg-dom-nagelkapelle/inschrift/nr/dio005-0010.html#content , siehe dort die Diskussion der Ahnenwappen
Rabenstein:
https://de.wikipedia.org/wiki/Rabenstein_(Adelsgeschlecht)

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