Bernhard Peter
Kyoto: Donge-in Monzeki in Saga-Arashiyama


Der Donge-in Monzeki ist ein Tempel im Stadtbezirk Ukyo-ku, im Zentrum des Stadtteils Sagano (Arashiyama), südlich der Marutamachi-dori, Luftlinie 460 m südöstlich des JR-Bahnhofs Saga-Arashiyama (JR Sanin Main Line in Richtung Kameoka) bzw. 210 m südwestlich des Bahnhofs Rokuoin der Keifuku-Eisenbahn gelegen. Die Adresse des Donge-in lautet: 25 Sagakitaboricho, Ukyo-ku, Kyoto-shi, Kyoto-fu 616-8367. Die Anreisemöglichkeiten sind ausführlich beim nahen Tempel Rokuo-in beschrieben. Der Zugang zum Donge-in liegt im Süden, links des Wakatake Kindergartens (Hoiku-en). Cave - es ist das linke, kleiner dimensionierte Tor, denn das rechte, größere, weiter hinten stehende Tor führt rechts am Kindergarten vorbei zum Rokuo-in. 

Der Tempel ist nur im Vorfeld zu betreten und nicht innen zu besichtigen. Dieser Tempel hat ein 46 breites und 68 m tiefes Gelände. Im Norden liegt ein großer, moderner Friedhof. Im Westen wird das Tempelgelände von Wohnhäusern, im Osten vom Kindergarten und dem Bambuswald des Rokuo-in begrenzt. Als Besucher kommt man leider in kein einziges Gebäude (Hondo, Shoin, Teestube etc.) hinein, ebensowenig in die hinter Trennmauern verborgenen Gartenanlagen, zu denen auch ein Karasansui-Garten gehört. Man sieht das Dach des Glockenturmes im Südosteck hinter der Trennmauer aufragen, man kann am Genkan vorbei nach hinten gehen und den kleinen Shinto-Schrein Chinju-sha rechts des Genkan anschauen, mehr nicht. 

Der Tempel gehört zur Richtung des Rinzai Zen-Buddhismus. Er ist ein Monzeki-Tempel, in diesem Fall ein Tempel für weibliche Angehörige des Kaiserhauses. Die Vorsteherinnen dieses Tempels haben also eine doppelte Funktion als Angehörige des Kaiserhauses und als religiöse Leiterin des Tempels. Auf den Endflächen einiger Dachziegel sieht man das kaiserliche Chrysanthemen-Wappen (Kiku-mon). Von den sieben Ama-monzeki-Tempeln in Kyoto kommt der Donge-in nach dem Daisho-ji Monzeki an der Karasuma Dori westlich des Kaiserpalastes und dem Hokyo-ji Monzeki in Kyoto (Dodocho, Teranouchi-dori) an dritter Stelle in der Bedeutung bzw. Rangfolge. Das Hauptkultbild des Tempels ist eine elfgesichtige Kannon, eine Arbeit aus der mittleren bis späten Heian-Zeit. Der Bergname des Tempels lautet Zuiun-san. 

Der Tempel wurde im 14. Jh. gegründet, aber an anderer Stelle und unter anderem Namen. Erst nach der Fusion mit einem zweiten Tempel wurde der gegenwärtige Name geprägt. Der Tempel brannte 1467 im Onin-Krieg, wurde im 16. Jh. wiederaufgebaut, brannte erneut 1603, verfiel, wurde nach 1671 wiederbelebt, brannte 1708 schon wieder, und noch einmal wurde er 1864 beim Kinmon-Vorfall abgefackelt. Danach war der Tempel erst einmal heimatlos, bis er in den 1870er Jahren an den heutigen Standort verlegt wurde, wo vorher ein Untertempel des Rokuo-in war. Dort wurden neue Gebäude errichtet, so daß die Bausubstanz weitgehend aus dem letzten Drittel des 19. Jh. stammt und damit Meiji-zeitlich ist. 1953 wurde der Kindergarten eröffnet, eine Premiere für einen Monzeki-Tempel.



Literatur, Links und Quellen
Lokalisierung auf Google maps: https://www.google.de/maps/@35.0156819,135.6841713,20z?entry=ttu - https://www.google.de/maps/@35.0156819,135.6841713,103m/data=!3m1!1e3?entry=ttu
Donge-in auf Kyotofukoh:
https://kyotofukoh.jp/report605.html


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