Bernhard Peter
Sprache: Partikel und "Deklination"


Keine Unterscheidung nach Anzahl und Geschlecht im Japanischen:
Es gibt keine Artikel, es gibt auch keine Deklination. Substantive oder Verben werden weder nach Numerus noch nach Genus unterschieden.


Erzeugung von Fällen ("Deklination") durch Partikeln:
Die Fälle werden durch nachgestellte Partikeln erzeugt:

Wortfolge: Subjekt steht als erstes, dann folgen Objekte und adverbiale Ergänzungen, Verb steht als letztes: Subjekt wa Objekt o Verb


Besitz anzeigen durch die Genitivpartikel "no": Mein/e/r/s, Dein/e/s/r


Zusammenhänge herstellen durch die Genitivpartikel "no": "no" verbindet Eigenschaften mit einem Subjekt oder Objekt


Akkussativ-Postpartikel = wo / o
Verwendung für alle Objekte einer Handlung: Wen oder was sehen/essen/trinken wir? (trinken = nomu, essen = taberu, sehen = miru)


Unterscheide ga und wa: Beide stehen nach dem Subjekt. Ga ist subjektbezogen. Ga verwendet man, wenn man nur an dem Wer oder Was interessiert ist und an nichts sonst. Bsp.: es regnet = der Regen fällt = ame ga furu. Wa ist prädikatbezogen, d. h. die gesamte Aussage ist wichtig, der ganze Satz ist relevant. Z. B. Ich bin XY = Watashi wa XY desu. Man fragt nach dem Subjekt auf eine bestimmte Art und Weise. Ga bedeutet so viel wie "was .... anbetrifft, ...". Ga steht auch bei direkter Abfolge von Sübjekt und Prädikat: Anata wa o-kane ga arimasuka = Haben Sie Geld? (= Was Sie betrifft, Geld ist vorhanden?)

Wa hingegen wird auch als Fokus-Partikel bezeichnet, ohne eigene Bedeutung, dient zur Markierung des Subjekts.


Satzfinite Partikeln:
So nennt man Partikeln, die ganz am Ende des Satzes stehen, also hinter dem Verb.

-ka = Fragepartikel - das Anhängen von "-ka" macht einen Aussagesatz zum Fragesatz. Beim Sprechen braucht die Stimme nicht gehoben zu werden, weil die Frage eindeutig als solche gekennzeichnet ist.

-yo = gesprochenes Ausrufezeichen, kennzeichnet einen gewissen Nachdruck der Aussage. Beispiel: "watashi wa doitsu-jin desu." = "Ich bin Deutscher." Aber: "watashi wa doitsu-jin desu yo." = "Ich bin Deutscher!!! (und nichts anderes)". Wird z. B. auch benutzt in "ii-yo, ii-yo" - "ist ja schon gut!!! Alles ok!!!"

-ne = Suggestivfrage, kennzeichnet eine Antwort, die man erwartet, auf eine Frage, die für den Sprechenden nicht wirklich eine ist, entspricht unserem "nicht?" oder "nicht wahr?". Oder man will einfach mit diesem Endpartikel wirklich die Aufmerksamkeit des Gegenübers erreichen, um sich dieser Frage zu stellen: "und was sagst du dazu?". Bsp.: "Gomen nasai, watashi no inu wa anata no keeki o tabemashita" = "Es tut mir leid, mein Hund hat deinen Kuchen gegessen." Aber: "Anata no inu wa watashi no keeki o tabemashita ne?" = Dein Hund hat doch nicht etwa meinen Kuchen gegessen, oder?".


Höflichkeitspräfix "o":
ursprünglich war es ein Präfix, um eine besondere Achtung etwas gegenüber auszudrücken. Heute ist der Gebrauch ein anderer: Es bezeichnet etwas, was sich auf eine zweite oder dritte Person bezieht, ersetzt im Grunde "anata no". Also O-tomodachi = Ihr Freund. Das gilt aber nicht generell, eine Zeitung kann man nicht mit "o" kombinieren = Ihre Zeitung. Bei einigen Wörtern wird ständig "o" vorangestellt, ohne daß es noch eine besondere Bedeutung hätte: o-cha = Tee, o-wan = lackierte Suppenschale, o-hashi = Eßstäbchen, o-kane = Geld. Weiterer Gebrauch: Hon o kudasai = Buch + Ihres + bitte = geben Sie mir bitte das Buch von Ihnen.


Relativen Ort bezeichnen:
Vokablen des relativen Ortes werden mit "no .... ni" konstruiert, also mit gleich zwei Partikeln. Das "no" besagt, daß das, was folgt, eine Zuordnung zum vorhergehenden Begriff ist, daß es ihm zu eigen ist. Das "ni" dahinter besagt, daß die vorangegangene Ortsbezeichnung die Richtung angegeben hat. Es können wa, ga und no etc. folgen. Bsp.:


Literatur, Links und Quellen:
Martin und Maho Clauß: Japanisch Schritt für Schritt, Band 1, der Sprachkurs für Unterricht und Selbststudium, Book on Demands, 2014, ISBN: 978-3-7322-9974-4
Herbert Zachert: Japanische Umgangssprache, 4. Auflage, Otto Harrassowitz Verlag Wiesbaden, 1976, ISBN 3-447-01814-3
Video-Sprachkurs auf Youtube von Christina Plaka und von Ann-Katrin Leuders


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